Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Flüchtlinge nicht nur zurückweisen

Flüchtlingslager in Jordanien.
Flüchtlingslager in Jordanien.

Der neue Weltflüchtlingsreport ist erschienen. Er zeigt: Deutschland sollte Fluchtursachen bekämpfen und nicht nur Grenzen kontrollieren.

Wenn in Deutschland über Flucht und Migration gesprochen wird, dann geht es dabei meistens um das, was hier im Land passiert – oder an seinen Grenzen. Es geht oft um Zurückweisung und Abschreckung. Aber leider selten um die Frage, was man tun könnte, damit Menschen gar nicht erst ihr Land verlassen müssen.

Der jährliche Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks zeigt einen Trend, der ganz leicht hoffen lässt: Im vergangenen Jahr konnten mehr Vertriebene in ihre Heimatländer zurückkehren, als es zuletzt der Fall war. Insgesamt liegt die Zahl der Geflüchteten weltweit bei 122 Millionen Menschen – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das fast konstant.

Rückkehr nach Syrien

Dass die Zahl nicht stärker gewachsen ist, liegt vor allem daran, dass nach dem Sturz des Assad-Regimes viele Syrer in ihr Land zurückgekehrt sind. Das zeigt, dass die Anzahl der Asylbewerber in Deutschland eben nur teilweise von innenpolitischen Instrumenten wie Grenzkontrollen abhängt. Entscheidender ist die Weltlage.

Dieser Aspekt spielt in der aktuellen deutschen Migrationspolitik kaum eine Rolle. Dabei verhindert man Fluchtmigration am effektivsten, indem man ihre Ursachen bekämpft. Natürlich ist es teuer, kompliziert und langwierig, Krisen vorzubeugen oder Frieden zu stabilisieren, wo er brüchig ist. Doch es würde sich auszahlen – auch an den deutschen Grenzen.

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