Meinung
Facebook schießt ein Eigentor
Der Internetriese Facebook hat mit seiner Sperre von australischen Nachrichtenseiten ein Eigentor geschossen. Auch wenn Facebook die jetzige Einigung als guten Kompromiss darstellt, sind die Regierungen vieler anderer westlicher Staaten gewarnt. Zum ersten Mal hat der Konzern offen gezeigt, welche Macht er besitzt. Diese Macht kann nicht im Interesse demokratischer Staaten sein und darf auch nicht akzeptiert werden. Keine Plattform dieser Welt darf den demokratischen Diskurs willkürlich einschränken und Staaten erpressen.
Facebooks Geschäftsmodell wäre gestorben
Das soziale Netzwerk hat in Australien offenbart, wie unsozial es ist. Die Honorierung der Inhalte von Medienunternehmen, um die es eigentlich geht und die Facebook und Google bisher kostenfrei nutzen, ist eine legitime Forderung und wäre nur folgerichtig. Denn wer journalistische Inhalte herstellt, will auch dafür bezahlt werden.
Auch wenn Facebook behauptet, nur vier Prozent der Inhalte seiner Plattform seien Nachrichten, so dürfte dem Plattformbetreiber sehr klar sein, dass diese vier Prozent für das soziale Netzwerk überlebenswichtig sind. Denn ohne die Inhalte seriöser Medienhäuser würde Facebook zu einer Plattform ohne Relevanz und zu einem Paradies für Verschwörungstheoretiker und Fake-News-Produzenten. Damit wäre das Ende besiegelt. Kein seriöser Werbetreibender würde dort noch einen Dollar investieren. Das Geschäftsmodell wäre gestorben.