Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Explosionsunglück: Schock in Leverkusen

Wie konnte das Unglück in Leverkusen geschehen? Wer trägt Verantwortung? Es braucht einfach Zeit, bis Antworten gegeben werden k
Wie konnte das Unglück in Leverkusen geschehen? Wer trägt Verantwortung? Es braucht einfach Zeit, bis Antworten gegeben werden können.

Das Explosionsunglück in Leverkusen wirft Fragen auf. Aber Aufklärung braucht ihre Zeit, denn sie muss gründlich sein.

Die Explosion im Chempark Leverkusen ruft unweigerlich Erinnerungen wach an das BASF-Explosionsunglück am 17. Oktober 2016 in Ludwigshafen, als der Handwerker einer externen Firma versehentlich mit seiner Flex die falsche Leitung anschnitt. Und eine katastrophale Kettenreaktion auslöste, die fünf Menschen das Leben kostete und Dutzende verletzte. Die Betroffenheit ist jetzt sofort wieder da, das Entsetzen, das Mitgefühl, die Trauer.

Wie konnte das Unglück in Leverkusen geschehen? Wer trägt Verantwortung? Diese Fragen drängen. Und doch: Es braucht einfach Zeit, bis Antworten gegeben werden können. Im Falle des BASF-Unglücks vergingen Jahre, bis die Ermittlungen abgeschlossen waren und 2019 ein Gericht zu einem Urteil kam. Dem Schrecken des Unglücks selbst, den Verletzungen, der Angst folgt ein nicht selten quälend langer Prozess der Aufklärung, der auch in Leverkusen notwendig ist.

Chemieproduktion unterscheidet sich von vielen anderen Produktionen dadurch, dass sie besonders gefährlich sein kann. Sie geht mit giftigen, brennbaren, explosiven, ätzenden Substanzen um, mit hohen Temperaturen, hohem Druck. Die Unternehmen tragen dabei erhöhte Verantwortung, weil Fehler und Versäumnisse schwerwiegende Folgen haben können. Aber nicht auf alle Faktoren haben Unternehmen Einfluss. Jetzt müssen die Behörden gründlich ermitteln, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

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