Digitale Welt
EU legt neue Regeln für die Daten-Goldgrube vor
Daten sind im digitalen Zeitalter ein Schatz. Ihr Besitz verspricht Macht und Geld. Der Erfolg von US-Giganten wie Google, Apple, Facebook oder Amazone beweist den Wert von personenbezogenen Informationen. Europäische Firmen haben diese Entwicklung zu lange unterschätzt und deshalb den Anschluss an die Branchenriesen verloren. Doch das soll sich nun in Anbetracht der rasant steigenden Datenmengen ändern, die bei Behörden oder in privatwirtschaftlichen Bereichen gesammelt werden können.
Zu diesem Zweck präsentierte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel den sogenannten Data Act. Der soll den fairen Zugang von Unternehmen, Privatpersonen und Behörden zu Daten regeln, die bei der Nutzung bestimmter Dienste und Geräte entstehen. Dabei kann es etwa um die Maschine eines großen Unternehmens gehen, aber auch um das eigene Auto oder die Spülmaschine in der heimischen Küche. Die Nutzung dieser Daten soll Innovationen in Bereichen wie der künstlichen Intelligenz voranbringen. Auch bei der Mobilität sind die Informationen für das autonome Fahren notwendig oder können zur Verbesserung des Nahverkehrs genutzt werden. In der Medizin tragen Daten zu einer besseren Versorgung bei, ermöglichen personalisierte Behandlungen und helfen bei der Heilung seltener Krankheiten.
„Mehr Mitspracherecht “
Vor allem kleinere Unternehmen setzen ihre Hoffnung auf die Europäische Union, die ihnen den Zugang zu den Daten sichern soll. Etwa freie Auto-Werkstätten, die ebenso wie Vertragswerkstätten ein Recht auf Fahrzeugdaten haben wollen, um ihren Service wie Inspektionen anbieten zu können. Auch für Sanitär- und Heizungsbetriebe sind die Daten für die Wartung von Heizungsanlagen wichtig.
In den kommenden Monaten wird der Data Act im Europaparlament diskutiert und nachgeschärft werden. Angelika Niebler (CSU), Mitglied im Industrieausschuss, begrüßt es, „Verbrauchern wie auch Unternehmen noch mehr Mitspracherecht zu geben, was mit ihren Daten passiert“. Sie warnt aber davor, den Datenschutz auszuhebeln. So müsse sichergestellt werden, dass Daten im Einklang mit europäischen Vorschriften zum geistigen Eigentum und zu Geschäftsgeheimnissen verarbeitet würden. „Wenn uns das gelingt, dann kann Europa weltweit Vorreiterin einer neuen digitalen Ordnung werden“, so Niebler.
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