Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Es hat nicht gepasst

Tobias Hans
Tobias Hans

Tobias Hans gibt den CDU-Vorsitz im Saarland ab. Nach der deftigen Niederlage vom Sonntag hatte er keine andere Wahl.

Nur 28,5 Prozent der Stimmen: Seit das Saarland zur Bundesrepublik gehört, hat die CDU dort noch nie so schlecht abgeschnitten. Und dann auch noch 15 Prozentpunkte hinter der SPD! Aus der krachenden Niederlage könnte man schließen, dass Ministerpräsident Tobias Hans alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann. Doch damit täte man ihm Unrecht.

Tatsächlich hat Tobias Hans das Land geräuschlos, konfliktfrei und gut regiert. Hans hat den enormen Nachholbedarf des Saarlandes in Sachen Digitalisierung früh erkannt und auch die Abhängigkeit von der Automobilindustrie. In beiden Bereichen hat er das Saarland vorangebracht, es modernisiert. Als CDU-Vorsitzender an der Saar hat er die alte Vetternwirtschaft beendet, hat die Mauschler und Selbstbediener aus ihren Ämtern gedrängt. Im Bund profilierte er sich gar als Hoffnungsträger der Union: jung, dynamisch, smart, hip.

So wie die Stammwählerschaft der CDU im Saarland eben nicht ist. Die kann mit einem kumpeligen Peter Müller oder einer handfesten Landesmutter vom Typ Anke Rehlinger mehr anfangen. Im Wahlkampf verlor Hans dann Nerven und Souveränität, fuhr bei Corona Zickzack-Kurs, gerierte sich in einem Video als eine Art Robin Hood der Autofahrer. Zum Ende ließ die Bundes-CDU Hans fallen: Ihr Chef Friedrich Merz sagte seinen geplanten Auftritt mit Hans im Saarland ab. Spätestens da war die Wahl gelaufen.

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