Satire RHEINPFALZ Plus Artikel Endlich: Das Geheimnis der K-Frage ist gelüftet!

Upps! Hat nach alter CDU-Doktrin zu spät kandidiert: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.
Upps! Hat nach alter CDU-Doktrin zu spät kandidiert: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Union und SPD folgen bei der Kür ihrer Spitzenleute bisher geheimen Grundsätzen.

Wer die Geschichte der Kanzlerkandidaten verfolgt, entdeckt Gesetzmäßigkeiten. Offenbar hat die CDU in ihren Anfangsjahren unter Konrad Adenauer ein festes Schema festgelegt – wahrscheinlich in einem geheimen Zusatzprotokoll des ersten Parteiprogramms. Demnach geht die CDU bei ihren Kanzlerkandidaten streng alphabetisch vor: Adenauer – Erhard – Kiesinger – Kohl – Merkel. Eine klare Reihenfolge, die nun lediglich von Merz, Röttgen oder Spahn fortgesetzt werden kann. Armin Laschet, der Kandidat aus Nordrhein-Westfalen, kommt zu spät.

Spott über „Türken-Armin“

Laschet hätte nach Kohl kandidieren müssen, also 2005. Da war der damals 44 Jahre junge Laschet aber gerade erst zum Landesminister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt worden. Und weil er wegen seiner liberalen Haltung und seinen differenzierten Ansichten zur CDU-Migrationspolitik von parteiinternen Kritikern spöttisch „Türken-Armin“ genannt wurde, hätte er ohnehin keine Chance auf die Kanzlerkandidatur gehabt.

Kenner der deutschen Geschichte werden nun fragen: Und was ist mit Rainer Barzel? Eine gute Frage. Der CDU-Politiker aus Paderborn war 1972 Kanzlerkandidat der Union, also viele Jahre zu spät, da er der alphabetischen CDU-Regel entsprechend nach Adenauer hätte kandidieren müssen. Aber Barzel grätschte mit einem Misstrauensvotum gegen Willy Brandt mitten in die Zeitläufte. Außerdem konnte mit ihm die SPD zum ersten Mal in ihrer Geschichte mehr Stimmen gewinnen als CDU und CSU. Kein Wunder, dass die Union heute den Mantel des Schweigens über Barzel ausbreitet, den alten Zerstörer.

Strauß, Stoiber, Söder?

Die CSU, die bisher zwei Mal den Kanzlerkandidaten stellte, hält sich an eine andere Regel: Der Name muss mit einem S beginnen, so die strenge Order aus München: Strauß – Stoiber – und jetzt müsste Söder folgen.

Die SPD hat erst 1994 geschnallt, dass ein Richtmaß bei der Kandidatenkür praktisch ist. Sie beschloss, nach dem Vorbild der CSU zu agieren. Fortan sollten die Namen der Kanzlerkandidaten ebenfalls mit S beginnen, S wie Sozialdemokratie. Es folgten Scharping – Schröder – Steinmeier – Steinbrück – Schulz – und jetzt: Scholz. Die SPD könnte auch Söder aufstellen, also rein formal gesehen. Übrigens: 2025 soll es Ralf Stegner werden.

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