Meinung Ehrenamtliche in der Pflege: Schöne Idee, aber ...

Der Versicherer AOK schlägt einen Ansatz vor, nach dem Ehrenamtliche vor Ort Pflegebedüftige unterstützen.
Der Versicherer AOK schlägt einen Ansatz vor, nach dem Ehrenamtliche vor Ort Pflegebedüftige unterstützen.

Das Pflegesystem braucht dringend neue Ansätze. Dabei vor allem auf Ehrenamtliche zu setzen, ist aber sehr optimistisch.

Klar ist: So kann es in der Pflege auf lange Sicht nicht weitergehen. Zu wenig Personal, keine ausreichende Finanzierung – das Pflegesystem stößt schon jetzt an seine Grenzen. Und die Generation der Babyboomer kommt erst noch in ein Alter, wo auch sie zunehmend auf Pflege angewiesen ist.

Die Idee des AOK Bundesverbands, Pflege vor Ort, angepasst an die jeweiligen Gegebenheiten, zu organisieren, klingt zuerst einmal einleuchtend. Offensichtlich sind die Bedürfnisse in ländlichen Regionen andere als in Großstädten. Auch zwischen einzelnen Stadtteilen kann es gravierende Unterschiede geben, ob Angehörige sich kümmern können oder ob ambulante Pflegedienste verfügbar sind.

Offensichtlich ist auch: Ein neues Pflegesystem aufzubauen – oder auch nur ein weiteres, das das bestehende ergänzt, geht nicht von heute auf morgen. Wenn „Caring Communities“ – ehrenamtliche Unterstützungssysteme für Pflegebedürftige – rechtzeitig entstehen sollen, um für die geburtenstarken Jahrgänge da zu sein, müssen sie möglichst bald aufgebaut werden.

Aber dass in einer Umfrage ein großer Teil der Befragten sagt, er würde gerne ehrenamtlich Pflegebedürftige unterstützen, ist noch lange kein klares Zeichen dafür, dass ein solches System tragfähig wäre. Zu sagen, man könne sich etwas vorstellen, und es dann auch tatsächlich zu tun, sind nun mal unterschiedliche Dinge.

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