Politik Drachen aus dem Gazastreifen

«Jerusalem.» Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas provoziert Israel erneut: Sie schickt Spielzeugdrachen mit Brandsätzen über die Grenze nach Israel, um Brände zu entfachen. Israels Luftwaffe reagierte und bombardierte in der Nacht zu Mittwoch ein Militärlager der Hamas im südlichen Gazastreifen.
Bei dem Luftangriff sind laut Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan drei Angehörige der Kassam-Brigaden, des militärischen Flügels der Hamas, verletzt worden. Die Hamas feuerte daraufhin Raketen auf Israel: Das israelische Militär zählte 45 Angriffe mit Raketen und Mörsergranaten auf Ortschaften nahe der Grenze. Viele Israelis verbrachten die Nacht in Schutzräumen. Weder die Hamas noch Israel haben derzeit Interesse an einer erneuten Eskalation. Die drei zurückliegenden Kriege brachten nur Verluste für beide Seiten, keine Sieger. Trotzdem setzen die Palästinenser im Gazastreifen die Provokationen mit per Drachen und Ballons transportierten Brandsätzen fort. Sie wollen, dass der „Marsch der Rückkehr“ in Erinnerung bleibt. Dabei handelt sich um eine Aktion, die am 30. März, dem von den Palästinensern begangenen „Tag des Bodens“, begann. Sie sollte ursprünglich am 15. Mai enden. An jedem Freitag zogen Tausende Demonstranten mit der erklärten Absicht, den Zaun einzureißen, in die Gegend der Grenze. Israels Armee setzte daraufhin Scharfschützen ein; mindestens 120 Demonstranten wurden getötet. Bei der Mehrheit der Opfer handelt es sich palästinensischen Informationen zufolge um Hamas-Angehörige. Das harte Vorgehen der israelischen Soldaten im Verlauf der Proteste war international verurteilt worden. Das Außenministerium in Berlin sprach von einer „Unverhältnismäßigkeit“ der Mittel. Auch der UN-Menschenrechtsrat kritisierte die „Gewalt gegen palästinensische Zivilisten“ und entschied, eine Untersuchungskommission einzusetzen. In Israel beraten Politiker und Sicherheitsexperten derzeit über Methoden, die fliegenden Brandsätze unschädlich zu machen. Denn mittlerweile sind Hunderte Hektar Wald, Weizenfelder und Avocadoplantagen in Israel abgefackelt. Die Armee setzt auf ihre Experten für fernsteuerbare Fluggeräte, die mit Rasiermessern bestückte Drohnen auf die Drachen lenken, um sie vom Himmel zu holen. Bisher hält sich der Erfolg der Operation aber in Grenzen. Israelische Minister fordern ein härteres Vorgehen gegen die Palästinenser, die die fliegenden Brandbomben auf den Weg schicken. Vorläufig geben die Soldaten an der Grenze aber nur Warnschüsse ab.