Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Bafög-Aus: Studierende brauchen betuchte Eltern

Ein Studium ist teuer.
Ein Studium ist teuer.

Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) hat die Bafög-Reform im Alleingang beerdigt, bevor sie wie geplant ins Gesetzgebungsverfahren gehen konnte. Und sie scheint nicht traurig zu sein über das mögliche Ende des Projekts, das noch Ende April laut ihrem eigenen Ministerium auf einem guten Weg war. Was das über die Forschungsministerin und über den Zustand der Koalition aussagt, kann sich jeder ausmalen.

Darüber hinaus sendet diese Aktion ein verheerendes Signal an junge Menschen. Ein Studium, sofern nicht berufsbegleitend, ist sehr teuer. Vor allem das Wohnen. So geben laut Statistischem Bundesamt Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen, im Durchschnitt mehr als die Hälfte ihres verfügbaren Haushaltseinkommens dafür aus. Und dieses Haushaltseinkommen ist in der Regel äußerst knapp, wenn man keine betuchten Eltern hat.

Nur wenige ohne Akademiker-Eltern

Seit den Neunzigerjahren hat sich der Anteil Studierender ohne Akademiker-Eltern nur mühsam erhöht. Je nach Hochschulart liegt er zwischen 20 und 35 Prozent. Im Vergleich zu anderen EU-Staaten hängt Bildungserfolg in Deutschland zudem immer noch sehr stark vom Elternhaus ab, was Pisa-Erhebungen oder OECD-Studien belegen.

Scheitert die Bafög-Reform, wird der Zugang zu einem Studium noch stärker als sowieso schon an Einkommen und Bildungsgrad der Eltern gekoppelt. Und das in einem Land, dessen wichtigste Ressource nun einmal kluge Köpfe sind.

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