Hilfsbereitschaft RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsche spenden fünf Milliarden Euro

17 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr mindestens einmal gespendet.
17 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr mindestens einmal gespendet.

Das Spendenaufkommen ist im vergangenen Jahr gesunken – in Rheinland-Pfalz und im Saarland noch stärker als bundesweit.

Das Spendenaufkommen von Privatleuten in Deutschland ist im vergangenen Jahr das zweite Mal in Folge gesunken. Rund fünf Milliarden Euro wurden im Jahr 2023 für wohltätige Zwecke gespendet – etwa 700 Millionen Euro (12 Prozent) weniger als im Jahr zuvor. Das geht aus der Erhebung „Bilanz des Helfens“ im Auftrag des Deutschen Spendenrates hervor, die am Freitag vorgestellt wurde. Der bisherige Höchstwert war 2021 mit rund 5,76 Milliarden Euro erreicht worden – es galt als Ausnahmejahr, etwa wegen der Flut im Ahrtal.

„Die Normalisierung der Geldspendeneinnahmen auf das Niveau der Jahre 2017 oder 2019 war mit Blick auf die großartigen Unterstützungsleistungen im Zusammenhang mit der Ahrtal-Katastrophe und dem beginnenden Krieg gegen die Ukraine in den Jahren 2021 und 2022 zu erwarten“, erklärte Martin Wulff, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrates. Zudem mache sich die Teuerung der vergangenen zwei Jahre bemerkbar. „Die Frage, ob man sich bestimmte Dinge noch leisten kann, mussten viele Menschen immer häufiger mit einem Nein beantwortet.“ Vor diesem Hintergrund seien die Spenden umso bemerkenswerter, sagte Wulff.

Drei Viertel der Spenden für humanitäre Zwecke

Mit gut 75 Prozent stellte die humanitäre Hilfe unverändert den Hauptanteil am gesamten Spendenvolumen. Nach Einnahmen in Höhe von 4,3 Milliarden Euro im Vorjahr wurden in diesem Bereich im Jahr 2023 Einnahmen in Höhe von knapp 3,8 Milliarden Euro verzeichnet. Die größten Rückgänge – ein Minus von 35 Prozent – gab es bei der sofortigen Not- und Katastrophenhilfe. Hier wurde mit 929 Millionen Euro aber immer noch wesentlich mehr gespendet als im Jahr 2019 (576 Millionen Euro). Die Spendeneinnahmen für Flüchtende normalisierten sich laut Spendenrat weiter, Mit 459 Millionen Euro lagen sie immer noch knapp ein Drittel höher als 2019. Zum Vergleich: Im Jahr der beginnenden Ukraine-Invasion 2022 wurden für Flüchtlinge 1,1 Milliarden Euro gespendet.

Neben humanitärer Hilfe leisteten die Deutschen auch Spenden für andere Zwecke. Gut 1,2 Milliarden Euro wurden beispielsweise für Kultur- und Denkmalpflege, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, Tierschutz oder Sport gespendet. Das bedeutet laut Spendenrat ein Minus von acht Prozent gegenüber 2022.

Nur Nordrhein-Westfalen mit Spenden-Plus

Erstmals wurde für das vergangene Jahr auch das regionale Spendenverhalten näher untersucht. Dabei zeigt sich, dass die Spendenbereitschaft in allen Bundesländern nachgelassen hat – mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland stieg das Spendenvolumen um fünf Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro.

Deutlich rückläufig war das Spendenaufkommen hingegen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland – beide Länder wurden statistisch zusammengefasst. Hier verzeichnet der Spendenrat einen Rückgang der Spenden um 22 Prozent von 436 auf 338 Millionen Euro. Auch die Anzahl derjenigen, die in einem der beiden Länder mindestens einmal spendeten, ging von 1,2 auf 1,1 Millionen Menschen zurück. Im Schnitt wurden pro Einzelspende 36 Euro gespendet – 2022 waren es noch 45 Euro.

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