Meinung Pistorius wäre der bessere Kanzlerkandidat für die SPD

Boris Pistorius (links) ist der Umfrageliebling der Deutschen. Doch Kanzler Olaf Scholz hält sich für den besseren Kandidaten.
Boris Pistorius (links) ist der Umfrageliebling der Deutschen. Doch Kanzler Olaf Scholz hält sich für den besseren Kandidaten.

Indem er wieder als Kanzlerkandidat antritt, misslingt Olaf Scholz der Befreiungsschlag für seine SPD.

Olaf Scholz hat das Duell mit Christian Lindner gewonnen. Es ist ihm gelungen, die FDP als Unruhestifter zu brandmarken, allein verantwortlich für das Scheitern der Ampel. Zwar wollte FDP-Finanzminister Lindner das Bündnis tatsächlich vorzeitig beenden, doch der Kanzler kam ihm mit dem Rauswurf zuvor. Zum Ampel-Showdown erschienen beide mit geladenen Colts, der Kanzler zog schneller. Olaf Scholz war Revolverheld für eine Nacht.

Wenig heldenhaft ist dagegen, dass Scholz daran festhält, erneut als Kanzlerkandidat für seine SPD in vorgezogene Neuwahlen zu ziehen. Denn er kann es unmöglich schaffen, sein miserables Image aus Führungsschwäche, Bürgerferne und Überforderung im anstehenden kurzen Wahlkampf zu reparieren. Dabei hat die Partei einen Politiker in ihren Reihen, der beim Volk gut ankommt, weil er verständlich redet und einen klaren Kurs fährt: Boris Pistorius, aktuell Verteidigungsminister und Umfrageliebling der Deutschen.

Wie eine Schießerei ohne Kugeln

Pistorius scheint zwar der bessere Kandidat zu sein, darf aber nicht antreten. Denn Scholz ist geblendet vom Glanz seines Überraschungssiegs 2021. Seit seiner glorreichen Aufholjagd im Kampf um das Kanzleramt ist er berauscht vom Gedanken, diesen Coup wiederholen zu können. So klammert er sich an die Hoffnung, dass Friedrich Merz genauso stolpert wie einst Armin Laschet und Annalena Baerbock.

Doch auf Fehler der Gegner zu hoffen, ist noch lange keine Garantie für einen Wahlsieg. Es ist in etwa so clever, wie ohne Kugeln in eine Schießerei zu ziehen.

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