Ukraine-Krieg Bodenschätze: Diese Rohstoffe will Trump von der Ukraine

Ein Bastnäsitkristall, aus dem unter anderem die Metalle der Seltenen Erden gewonnen werden können.
Ein Bastnäsitkristall, aus dem unter anderem die Metalle der Seltenen Erden gewonnen werden können.

Die US-Regierung verhandelt mit Kiew derzeit über ein Abkommen, bei dem die Ukraine im Gegenzug für erhaltene Militärhilfe wichtige Rohstoffe liefern soll.

Die Ukraine ist reich an wertvollen Ressourcen: Neben Erdgas, Öl und Kohle gibt es auch Eisen, Titan und Lithium. Bei mehreren Rohstoffen rangiert die Ukraine unter den Top Ten der Welt. Nach Angaben des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages verfügt sie über rund fünf Prozent der weltweiten Mineralressourcen. Laut World Mining Data aus dem Jahr 2024 lag die Ukraine insgesamt auf Rang 40 der mineralienproduzierenden Länder. Forscher des französischen Büros für geologische und Bergbauforschung wiesen insgesamt mehr als hundert verschiedene Bodenschätze in der Ukraine nach.

Erdgas und Kohle
Eine Billion Kubikmeter Erdgas gibt es laut Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB) etwa in der Ukraine. In Europa verfügt demnach nur Norwegen über noch größere Quellen. „Allerdings ist der Sektor ungenügend entwickelt“, so die BPB. Früher wurde Gas vor allem aus Sibirien bezogen, erst nach dem russischen Überfall habe sich die Ukraine vermehrt auf die eigenen Ressourcen konzentriert. Das wird durch den Krieg aber erschwert.

Ein weiteres Problem: Große Teile des Erdgases befinden sich in Gebieten, die mittlerweile von Russland besetzt sind. Das trifft auch auf Teile der Kohleproduktion und die Lagerung zu. Die Steinkohlereserven werden auf 34 Milliarden Tonnen geschätzt – der zweitgrößte Wert Europas.

Kritische Rohstoffe
Sogenannte kritische Rohstoffe spielen in der aktuellen Diskussion eine wichtige Rolle. Sie werden etwa für die Energie- und Mobilitätswende gebraucht und sind daher von großer strategischer Bedeutung für Europa und die Welt. Die Ukraine könnte laut EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné 21 von mehr als 30 kritischen Rohstoffen liefern. Die Mangan-Erz-Vorkommen in der Ukraine gehören mit 2,3 Milliarden Tonnen oder zwölf Prozent der globalen Reserven zu den größten der Welt. Auch bei Titan und Graphit liegt die Ukraine auf den vorderen Plätzen.

Eine wichtige Rolle könnte die Ukraine zudem beim Abbau von Lithium spielen, was insbesondere für den Bau von Batterien für Elektroautos gebraucht wird. Die Regierung des Landes spricht von einem der größten Vorkommen in Europa. Allerdings wurde mit dem Abbau noch nicht begonnen. Lithium kommt in der Zentralukraine vor, aber auch in Teilen der von Russland besetzten Gebiete.

Nach Angaben des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages könnte der Wert für die Rohstoffe wie Titan, Eisen, Neon, Nickel und Lithium insgesamt zwischen drei und 11,5 Billionen Dollar (knapp elf Billionen Euro) liegen.

Seltene Erden
Bisher spielt die Ukraine bei den Seltenen Erden keine wichtige Rolle. Allerdings schlummern beachtliche Mengen dieser 17 besonders wertvollen Elemente in den Böden des Landes. Wichtig sind sie etwa für die Herstellung von Halbleitern und den Bau von E-Autos oder Smartphones. Aktuell dominiert China den Markt. „In der Ukraine gibt es mehrere Lagerstätten für Seltene Erden“, sagt Elena Safirova vom US Geological Survey. Allerdings würden davon bisher keine abgebaut.

Große Mengen Seltener Erden werden in Gebieten bei Saporischschja, bei Donezk und um Dobra vermutet, also in oder zumindest in der Nähe von durch Russland besetzten Regionen. Laut der ukrainischen Regierung sind sechs Lagerstätten bekannt, für deren Erschließung Investitionen von 300 Millionen Dollar nötig wären. Der Aufwand des Abbaus und die Folgen für die Umwelt sind sehr groß.

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