Meinung
Bidens schwierige Mission
Offiziell hatte Joe Biden nach zwei Wochen Krisendiplomatie am Sonntag eine kurze Auszeit. Tatsächlich bemühte sich der US-Präsident aber in Telefonaten rund um den Globus, den drohenden Flächenbrand im Nahen Osten irgendwie einzudämmen. Seit dem barbarischen Überfall der Hamas-Terroristen am 7. Oktober steht der 80-Jährige vor der schwierigsten Herausforderung seines Lebens: Er muss die Unterstützung für Israel in der Welt und in seinem eigenen Land zusammenhalten, will aber zugleich eine Ausdehnung des Krieges in Richtung Libanon und Iran mit katastrophalen Folgen für die ganze Welt verhindern.
Demonstrativ hat sich der Präsident deshalb sofort an die Seite Israels gestellt, echte Empathie mit der jüdischen Bevölkerung gezeigt und das Risiko einer Reise ins Krisengebiet auf sich genommen. Zugleich aber hat Biden freundschaftlich vor den Gefahren einer kopflosen militärischen Vergeltungsaktion gewarnt und für humanitäre Zugeständnisse gekämpft.
Doch auch die Einflussmöglichkeiten des US-Präsidenten stoßen an Grenzen. Mit enormem persönlichen Einsatz versucht Biden gerade, Zeit zu gewinnen für die Freilassung von Geiseln, eine Öffnung der Grenze für palästinensische Flüchtlinge und die Lieferung von Hilfsgütern. Dass er die ultrarechte Netanjahu-Regierung aber ganz von einer massiven Bodenoffensive in Gaza abhalten kann, ist unwahrscheinlich.
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