Politik RHEINPFALZ Plus Artikel BASF-Tochter baut Ölgeschäft in Libyen um

Der Bürgerkrieg in Libyen belastet das Ölgeschäft in dem nordafrikanischen Land. Unser Bild zeigt beschädigte Anlagen im Verlade
Der Bürgerkrieg in Libyen belastet das Ölgeschäft in dem nordafrikanischen Land. Unser Bild zeigt beschädigte Anlagen im Verladehafen Ras Lanuf, über den auch europäische Ölfirmen ihre Transporte abwickeln. Foto: TuechtI

Inmitten der anhaltenden Krise in Libyen gründet das Öl- und Gasunternehmen Wintershall Dea mit der Nationalen Öl-Gesellschaft des nordafrikanischen Landes ein neues Gemeinschaftsunternehmen. Mit Abschreibungen wegen der Produktionsausfälle der vergangenen Jahre rechnet die Wintershall-Mutter BASF SE indes derzeit nicht.

Wintershall Dea, die Öl- und Gas-Tochter des BASF-Konzerns, baut ihr Libyen-Geschäft um. Wie die BASF SE am Montag mitteilte, werden die Wintershall Aktiengesellschaft und die Nationale Öl-Gesellschaft Libyens ein neues Unternehmen gründen, an der die libysche Seite mit 51 Prozent und die deutsche mit 49 Prozent beteiligt sind. Ab Mitte 2020 soll die operative Verantwortung für zwei große Ölfelder im Osten des Landes von Wintershall an das Gemeinschaftsunternehmen Sarir Oil Operations übergehen. Die Felder werden als Area 91 und 107 bezeichnet.

Wintershall war bereits seit 1958 in Libyen aktiv. Seit dem Sturz des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 musste die Produktion immer wieder gedrosselt werden. Wie hoch die dadurch erlittenen Verluste sind, wollte das Unternehmen auf RHEINPFALZ-Anfrage nicht beziffern. Spekulationen, dem 2019 entstandenen Joint Venture Wintershall Dea drohten hohe Abschreibungen, die den Börsengang des Unternehmens belasten könnten, erklärte ein BASF-Sprecher am Montag: „Wir sehen keinen Abschreibungsbedarf.“ Die BASF hält 67 Prozent der Anteile an Wintershall Dea.

Medienbericht über Hermes-Bürgschaften

Das „Handelsblatt“ hatte im September berichtet, die BASF führe Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium, um das Risiko im Libyengeschäft durch Hermes-Bürgschaften abzusichern. Weder das Ministerium noch die BASF wollten das auf RHEINPFALZ-Anfrage kommentieren. Ein Ministeriumssprecher sagte lediglich am vergangenen Freitag, man sei „mit der Wirtschaft in Kontakt zur Lage und den Entwicklungen in den Krisengebieten“.

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