Unternehmen
BASF erhält 1,8 Milliarden Euro für Russland-Schäden
Die Geschäfte laufen derzeit nicht besonders gut für die BASF. Während der Umsatz und das Ergebnis aus dem eigentlichen Geschäft zurückgehen, streicht der Ludwigshafener Chemiekonzern nun einen Milliardenbetrag aus Garantien des Bundes ein. Unterm Strich stieg dadurch 2025 der Gewinn kräftig.
Wie der BASF-Finanzvorstand Dirk Elvermann am Freitag zur Vorlage der Bilanz 2025 erläuterte, fließen dem Konzern bis 2028 aus Bundesgarantien zusammen 1,8 Milliarden Euro zu. Die erhält das Unternehmen für Vermögenswerte in Russland, die als Folge des Ukraine-Krieges enteignet wurden.
2016 hatte der Öl- und Gasförderer Wintershall, der damals vollständig zur BASF gehörte, von der damaligen Bundesregierung Garantien für Investitionen in russische Gasfelder erhalten. Und das, obwohl Anfang 2014 russische Truppen die ukrainische Halbinsel Krim völkerrechtswidrig besetzt hatten. 2016 wurde diese politische Entscheidung bewusst getroffen, um die Energiekooperation mit Russland zu fördern. Zuvor, Ende 2013, hatten die BASF und der russische Energiekonzern Gazprom ein milliardenschweres Tauschgeschäft vereinbart: Wintershall gab sein Gashandels- und Gasspeichergeschäft in Deutschland vollständig an die Russen ab und erhielt dafür Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien.
Kreml enteignet Gasfelder
Nach dem Angriff auf die Ukraine Anfang 2022 hat dann der Kreml die Gasfelder von Wintershall Dea in Russland enteignet. Der Chemiekonzern musste 7,3 Milliarden Euro in den Wind schreiben, was ihn 2022 unterm Strich tief in die roten Zahlen trieb. Ende August 2022 drehte Putin Deutschland den Gashahn zu. Durch den Versorgungsstopp drohte dem BASF-Stammwerk in Ludwigshafen zeitweise der völlige Stillstand. Die BASF hatte 2024 ihre damalige Mehrheitsbeteiligung von 72,7 Prozent an Wintershall Dea an den britischen Öl- und Gasförderer Harbour Energy verkauft, nicht allerdings die Ansprüche aus dem Russland-Geschäft.
Wie Elvermann erläuterte, fließen nun Erstattungen an Wintershall Dea aus Bundesgarantien als Dividenden auch an die BASF. 2025 waren das 900 Millionen Euro nach Steuern. 2026 kommen weitere 800 Millionen Euro nach Steuern hinzu. Bis 2028 rechnet Elvermann mit weiteren 100 Millionen Euro aus Steuererstattungen. Der Finanzvorstand betonte, die Bundesgarantien seien Versicherungen, um sich gegen Risiken wie Krieg oder Enteignung abzusichern. Dafür habe Wintershall Dea über viele Jahre Prämien in Höhe eines „dreistelligen Millionen-Euro-Betrages“ bezahlt.
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