Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Wie oft Wanderer in der Pfalz gerettet werden müssen und wer für die Einsätze bezahlen muss

Wanderer im Pfälzerwald: Dass sich jemand verläuft, kommt immer mal wieder vor, aber selten.
Wanderer im Pfälzerwald: Dass sich jemand verläuft, kommt immer mal wieder vor, aber selten.

In den österreichischen Bergen mussten am Dienstag 99 Schüler und acht Lehrer aus der Pfalz aus Bergnot teilweise mit Hubschraubern gerettet werden. Auch in der Pfalz geraten immer mal wieder Wanderer in die Bredouille – wenngleich weniger dramatisch.

Im Bereich des Rettungsdienstes Westpfalz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sei es von 2017 bis 2019 durchschnittlich zu 25 und 30 Einsätzen im Jahr gekommen, bei denen Wanderer gerettet werden mussten, berichtet Geschäftsführer Axel Gilcher. 2020 und 2021 seien es dann deutlich mehr gewesen. „Hier waren es zwischen 50 und 60 Einsätze pro Jahr. Wir führen das unter anderem auf das geänderte Freizeitverhalten im Zusammenhang mit Corona zurück“, so Gilcher.

Meist handele es sich dabei um Wanderer, die sich bei ihrer Tour verletzt hätten. „Zum Beispiel Fußverletzungen durch Umknicken, mit denen die Patienten aber trotzdem nicht mehr in Lage sind, alleine die Unfallstelle zu verlassen“, sagt Gilcher. Vereinzelt komme es aber auch zu schwereren Verletzungen, zum Beispiel, wenn jemand einen Abhang hinunterstürze. „Einsätze wegen Wanderern, die sich verlaufen haben, sind zwar selten, kommen aber immer mal wieder vor.“

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Nicht mit den Alpen vergleichbar

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen führt keine statistische Erhebung über Rettungseinsätze von Wanderern in der Vorderpfalz. Nach deren Einschätzung handele es sich aber eher um Einzelfälle. Das bestätigt auch Hans-Georg Balthasar, Vorsitzender des Regional-Feuerwehrverbands Vorderpfalz und Vertreter der Region Pfalz im Präsidium des Landesfeuerwehrverbands. Der alpine Bereich mit seinen Klettersteigen und Schwierigkeitsgraden lasse sich nicht mit dem Pfälzerwald vergleichen. Dass Wanderer in der Region gerettet werden müssten, weil sie sich verirrt hätten, sei eher selten. Häufiger rückten Einsatzkräfte wegen Verletzungen aus. Je nach dem, wie gut der Ort im Wald zu erreichen ist, werde dann auch die örtliche Feuerwehr um Hilfe gebeten.

Gerüstet für Rettungsaktionen

„Gerade wenn Leute erst mal im größeren Gelände gesucht werden müssen, haben wir die ,Manpower’ (das Personal, Anmerk. d. Red.), um mit vielen Einsatzkräften anzurücken“, sagt Balthasar. Zudem sei die Feuerwehr mit Fahrzeugen ausgestattet, die in unwegsamem Gelände besser zurechtkämen als herkömmliche Rettungswagen. Je nach dem, wie viele Einsatzkräfte und welche Geräte oder Fahrzeuge gebraucht würden, bemesse sich dann, was ein solcher Einsatz koste. „Die jeweilige Kommune berechnet daraus am Ende einen Stundensatz. Was dabei herauskommt, ist sehr individuell. Aber auf einen vierstelligen Betrag kann man sich normalerweise schon einstellen“, erklärt Balthasar.

Und wer zahlt das?

„In der Regel muss derjenige dafür aufkommen, der den Einsatz verursacht“, sagt Balthasar. Handele es sich um Unfälle, übernehme häufig die Krankenversicherung solche Einsätze. „Das läuft dann als Krankentransport.“ Anders sehe es mitunter bei Leuten aus, die sich im Wald verirrt hätten.

Wie die 99 Schüler aus der Pfalz im österreichischen Kleinwalsertal in Bergnot gerieten, lesen Sie hier.

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