Restaurant-Test
Restaurant-Bistro Gleis 3 in Zweibrücken
Bei gutem Wetter an einem Samstagabend im Außenbereich eines Restaurants ohne Reservierung einen Platz zu bekommen, ist nicht selbstverständlich. Auch am Gleis 3 in Zweibrücken ist am Besuchsabend viel los, doch wir haben Glück: Ein Tisch ist frei. Als die Karte vor uns liegt, sind wir angenehm überrascht. Während auf der Internetseite hauptsächlich Fleisch- und Nudelgerichte sowie Salate genannt werden, sozusagen die „Klassiker“, zeigt sich das Angebot vor Ort saisonal abgestimmt und facettenreicher.
Im Telefongespräch einige Tage nach dem Besuch erläutert Inhaber Christian Landoll, dass er das Speisenangebot etwa alle zwei Wochen, manchmal noch öfter ändere und ergänze, nicht nur um dem eigenen Anspruch zu genügen, sondern auch um den Stammgästen Abwechslung zu bieten. Unter der hübschen Überschrift „Außerplanmäßige Einfälle“ wecken die „Variationen von hausgemachten Kroketten“ (10,90 Euro) unsere Neugier.
Das Trio ist, wie erhofft, knusprig und innen abwechslungsreich gefüllt – mit Chorizo und Paprika, roter Bete und Kartoffel sowie Spinat und Feta. Dazu kommen passende Dips. Eine Vorspeise, die sich auch gut teilen lässt, ein Wunsch, der vom Servicepersonal ohne hochgezogene Augenbrauen notiert wird. Überhaupt geht es im Gleis 3 offenbar gepflegt und relativ ungezwungen zugleich zu. Ein Treffpunkt der Generationen ist das Restaurant-Bistro wohl zudem. Im vorderen Bereich genießt ein ausgesprochen chic gekleidetes Paar seinen Wein, direkt neben uns im Biergarten scheint eine kleine Geburtstagsgesellschaft zu sitzen, samt Senioren und Kind.
Am Nachbartisch wird die „Paella à la Chef“ gelobt (29,90 Euro), aber nach Fisch und Meeresfrüchten steht uns nicht der Sinn. Die „Hähnchenbrust Mediterran“ (19,90 Euro ) soll es sein: zartes Fleisch mit einer aromenreichen Kruste (unter anderem aus Feta und Wildkräutern) auf Tomatensugo samt Kartoffeln nach „kanarischer Art“ (in der Schale mit dezenter Salzkruste) und einem Beilagensalat. Auch der „Burrito Mexicana“ erfüllt unsere Erwartungen (gefüllt mit Fleisch und Gemüse, dazu Kartoffelchurros; 19,90 Euro). Der fluffige Avocadoschmand dazu wird im Gläschen zum Selbstportionieren serviert. Das wäre auch eine Idee für die Tomatensauce, die reichlich über die Weizentortilla-Rolle gegeben wurde. Aber das ist Geschmackssache.
Unsere Getränke an diesem Abend schlagen mit 3,50 Euro (Gründels classic, 0.33 l) und 6,90 Euro (Ingwer-Spritz mit alkoholfreiem Sekt) zu Buche. Diese Auswahl ist angesichts des großen Getränkeangebots samt Weinen und Cocktails nicht gerade originell zu nennen. Und da wir dieses Mal kein Dessert probieren – der „Rostige Ritter mit Tonka-, Vanilleschaum und Obstgarnitur“ etwa steht mit 8 Euro in der Karte – gibt es wohl bei Gelegenheit ein Wiedersehen mit dem Gleis 3.
Jeannette und Christian Landoll empfangen ihre Gäste auch architektonisch gesehen in einem interessanten Objekt. Das Gebäude ist denkmalgeschützt, der auffällige Arkadengang an der Fassade erst seit 2022 durch Glaselemente witterungsunabhängig nutzbar und mit Bildern und Pflanzen geschmückt. Der zwischen Arkaden und Biergarten liegende Hauptteil des Restaurant-Bistros ist in den Farben Schwarz, Weinrot und Weiß gehalten.
Restaurant-Bistro Gleis 3, Zweibrücken, Poststraße 33, 06332 73641 (Reservierungen erbeten, ab 11 Uhr; diese werden ausschließlich telefonisch entgegengenommen); geöffnet: Di-Do 18-22.30 Uhr (Küchenzeit bis 21.30 Uhr), Fr/Sa 18-23.30 Uhr (Küche geöffnet bis 22.30 Uhr), Info: www.gleis3-zweibruecken.de
Hinweis: „Lokaltermine“ werden anonym von der Redaktion wahrgenommen. Die Testessen bezahlt LEO. Erst im Nachgang treten wir mit den Gastronomen in Kontakt, um Informationen einzuholen. Die Auswahl der vorgestellten Lokale trifft die Redaktion.


