Rosenkopf / Wachenheim
Wolf tötet Lämmer in der Pfalz
Vor allem die Verletzungen eines der Lämmer von Hobby-Schafbauer Stefan Burgard aus Rosenkopf im Kreis Südwestpfalz deuten darauf hin, dass es ein Raubtier mit einem großen Gebiss angegriffen haben muss: Das Jungtier hatte durchgebissene Rippen. Seinem Leidensgenossen sei das Genick gebrochen worden, er habe ebenfalls Bissspuren, sagt der Bauer.
Reihenweise Raubtier-Angriffe
Gestorben sind beide Schafe laut Burgard wohl in der Nacht auf vergangenen Sonntag. Der Fall reiht sich ein in eine dichte zeitliche Abfolge von Raubtier-Angriffen in der Umgebung, von denen bisher einer klar als Wolfangriff bestätigt ist: In der Nacht zum 28. Juli wurden bei Schmitshausen (Kreis Südwestpfalz) drei erwachsene Schafe getötet. Ein viertes musste aufgrund seiner Verletzungen eingeschläfert werden. Nach einer DNA-Analyse ist klar, dass ein Wolf der Angreifer war. Eine am 11. August bei Martinshöhe im Kreis Kaiserslautern tot aufgefundene Ziege trug ebenfalls verdächtige Verletzungen. Das Ergebnis der DNA-Analyse steht dort noch aus. Martinshöhe, Schmitshausen und Rosenkopf liegen jeweils nur wenige Kilometer auseinander.
Das Erbgut der Tiere, das in Spuren an den Beutetieren oder im Kot festgestellt werden kann, zeigt eine Gemeinsamkeit zwischen dem Wolf, der die Schafe bei Schmitshausen getötet hat, und einem Tier, das am 23. Juli in eine Fotofalle im Kreis Bad Dürkheim lief. Eine Kotprobe des fotografierten Tieres zeigt nun, dass es zu einer Gruppe gehört, die als „Haplotyp 22“ bezeichnet wird, wie der Großkarnivoren-Beauftrage des Landes Rheinland-Pfalz, Michael Back, erläutert.
Aus Italien und dem Alpenraum
Diese Gruppe kommt aus Italien sowie dem Alpenraum und ist in der Pfalz in letzter Zeit prominent vertreten: Ein Angriff auf Nutztiere im Dahner Felsenland im Kreis Südwestpfalz am 16. Juli und eine Attacke mit zwei toten Schafen am 21. Juli im Leiningerland im Kreis Bad Dürkheim gehen jeweils auf das Konto von „Haplotyp 22“-Wölfen.
Über das Individuum sagt dies aber noch nichts aus: Ob verschiedene Angriffe womöglich auf ein und denselben Wolf zurückgehen, müssen nähere Analysen zeigen.

