Rosenkopf
Tote Lämmer: War auch hier ein Wolf am Werk?
Blutverschmiert lag eines seiner Lämmer auf der Weide, berichtete der Hobby-Schafbauer Stefan Burgard aus Rosenkopf am Mittwochmorgen. Der Lammkadaver weist ein gebrochenes Genick und Bissspuren auf. Ein zweites totes Lamm fand Burgard dann wenig später in einem nahe gelegenen Bachlauf. Die Rippen des Tieres waren durchgebissen: Das ist ein klares Anzeichen dafür, dass etwas Größeres das Lamm angegriffen haben muss.
Es ist nicht der erste Fall von gerissenen Weidetieren in der Südwestpfalz. Denn inzwischen häufen sich die einschlägigen Meldungen. Ende Juli wurden drei Schafe auf einer Weide bei Schmitshausen gerissen, ein viertes Schaf musste wegen seiner Verletzungen eingeschläfert werden. Eine DNA-Analyse brachte Gewissheit: Ein Wolf hat die Weidetiere attackiert. Dann, vor wenigen Tagen, wurde bei Martinshöhe eine Ziege gerissen. Auch in diesem Fall wurde eine DNA-Probe entnommen, die derzeit aber noch ausgewertet wird.
Burgard bringt seine Lämmer in den Stall
„Ich habe so etwas noch nie erlebt“, zeigt sich Stefan Burgard regelrecht geschockt. Seine Schafe seien seit dem Angriff „verstört“, sagt er. Sie zeigten ein „zerstreutes Verhalten“. Insgesamt ist Burgard Herr über 20 Schafe, die wolligen Tiere sind sein Hobby. Inzwischen hat der Rosenkopfer reagiert: Seine Lämmer hat er bereits in den Stall gebracht, die ausgewachsenen Schafe sollen folgen. Die Schafhaltung im Stall kommt Burgard teurer, weil er die Tiere dort extra füttern muss. Auf der Weide ernähren sich die Schafe selbst. Aus Angst vor einem weiteren Raubtierangriff nimmt Burgard die höheren Kosten in Kauf. Kommendes Jahr will er sich nach Elektrozäunen umschauen. Die sind aber enorm teurer, sagt der Hobby-Landwirt. Burgard hofft auf Zuschüsse vom Land.
Die könnte es geben, sollte der Pfälzerwald zum sogenannten Präventionsgebiet erklärt werden. Hierfür müssten sich Angriffe von Wölfen häufen und nachgewiesen werden, dass das Wildtier sich tatsächlich angesiedelt hat. Auch deshalb werden die DNA-Analysen vorgenommen. Sollten diese ergeben, dass ein Wolf am Werk war, soll über die Probe geklärt werden, um welches individuelle Tier es sich bei dem Wolf handelt. Laut Koordinationszentrum Luchs und Wolf kann ein Wolf am Tag bis zu 70 Kilometer zurücklegen. Zwischen Martinshöhe und Rosenkopf liegen nur vier Kilometer Luftlinie.
Am Kadaver hat sich ein Fuchs bedient
Im Stefan Burgards Fall könnte es mit der DNA-Analyse schwierig werden, meint der Schafhalter. Denn am Lammkadaver auf der Weide hat sich anschließend wohl ein Fuchs bedient. So könnte die Probe nun verunreinigt sein. Das andere Lamm lag im Bach: Dort könnte die Wolfs-DNA weggespült worden sein. Nicht ganz geklärt ist die Todesursache des Kadavers im Bach. Der Biss war wohl nicht tödlich; laut Burgard könnte das Tier gehetzt worden und dabei gestorben sein. Das Koordinationszentrum hat unserer Zeitung derweil den Eingang der DNA-Probe bestätigt.
Hinweise
Das Landeskoordinationszentrum Luchs und Wolf nimmt Hinweise auf mögliche entgegen. Telefon: 06306 911199.
