Kaiserslautern
Tierquälerei-Vorwürfe: Pferdemetzgerei Härting gibt Schlachtbetrieb auf
Es sind nur zwei Sätze, aber die haben es in sich: Auf RHEINPFALZ-Anfrage teilte das Veterinäramt der Kreisverwaltung Kaiserslautern mit, „dass der Inhaber der Firma Härting GmbH die nötige EG-Zulassung für das Schlachthaus zurückgegeben hat. Es werden daher im Betrieb keine Schlachtungen mehr stattfinden“.
Dem Vernehmen nach wurde in diesem Zug auch die Einrichtung des Schlachthauses und der Stallungen verkauft. Allerdings war in der Metzgerei schon zuvor kein Tier mehr getötet worden. Mitarbeiter des Kreisveterinäramtes hatten am 17. November 2021 den Schlachtbetrieb unter die Lupe genommen und dabei laut Behörde „tierschutzrechtliche Mängel“ festgestellt. Sie untersagten umgehend weitere Schlachtungen.
„Unsachgemäß“ und „grausam“
Ausgangspunkt der Kontrolle war eine Strafanzeige von Tierrechtlern vom 12. November 2021, die Schlachtern der Firma Tierquälerei vorwarfen. Die Aktivisten legten Video-Mitschnitte vor, welche die Gesetzesverstöße dokumentieren sollen. Experten hatten auf Anfrage der RHEINPFALZ einen Teil des Materials gesichtet und darauf „unsachgemäßes“ sowie „grausames“ Handeln erkannt.
Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern hatte vom Kreisveterinäramt ein Gutachten angefordert und schließlich Anfang Januar Ermittlungen gegen Verantwortliche der Pferdemetzgerei eingeleitet. Begründung: Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass während des Schlachtens „Tieren unnötig und rechtswidrig erhebliche beziehungsweise länger anhaltende Schmerzen“ zugefügt worden seien.
Härting-Geschäftsführer Dirk Habermann, zugleich Obermeister der Fleischer-Innung Westpfalz, wollte sich gegenüber der RHEINPFALZ nicht zum Ende des Schlachtbetriebs in Kaiserslautern äußern. Auch nicht dazu, ob Härting anderswo schlachtet. Auf ihrer Internetseite warb die Firma am Mittwoch jedenfalls noch mit dem Versprechen: „vom Landwirt bis zum Kunden alles aus einer Hand“.