Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Krisensitzung: Pfalzwein äußert sich inhaltlich nicht zur Königinnen-Frage

Das Bild zeigt die amtierenden Pfälzischen Weinhoheiten nach der Wahl im Herbst 2023.
Das Bild zeigt die amtierenden Pfälzischen Weinhoheiten nach der Wahl im Herbst 2023.

Der Verein Pfalzwein sieht sich nicht in der Lage, nach einer kontroversen Sitzung Stellung zum Inhalt der Diskussion um die Pfälzische Weinkönigin zu beziehen. Fest steht nach dem Dienstagabend nur, dass die Akteure weiter im Gespräch bleiben wollen. Doch viel Zeit ist nicht mehr.

Marc Weigel (FWG) ist angefressen, daran lässt das kurze Statement, dass seine Sprecherin am Morgen nach der Pfalzwein-Sitzung verschickt, keinen Zweifel. „Nach zweistündiger zielloser Diskussion ging man aus Sicht des Oberbürgermeisters ohne Ergebnis auseinander“, heißt es aus Neustadt. Weigel habe die Pfalzwein-Verantwortlichen so verstanden, dass sie nun „erstmals ein direktes Gespräch mit der Stadt führen möchten. Für ein solches Gespräch ist die Stadt offen“. Vor der Sitzung am Dienstagabend, die der Aussprache dienen sollte, ist viel Porzellan zerschlagen worden. Denn die Gebietsweinwerbung hatte vor zwei Wochen angekündigt, das Amt der Pfälzischen Weinkönigin nach 93 Jahren abschaffen zu wollen. Stattdessen sollen „PfalzWeinBotschafter- und innen“ für den Wein des zweitgrößten deutschen Weinbaugebiets werben. In Sachen Krone verlautete zunächst, dass sie komplett eingemottet und durch eine Anstecknadel ersetzt werden soll, später hieß es, dass der Kopfschmuck bei bestimmten Anlässen weiter getragen werden könne.

Der Verein hatte diese weitreichende Entscheidung getroffen, ohne dass ausreichend über die Botschafter-Frage diskutiert worden sei, wie Neustadts Oberbürgermeister Weigel und die Landräte Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU, Kreis Bad Dürkheim) und Dietmar Seefeldt (CDU, Südliche Weinstraße) kritisierten. Die Kommunalpolitiker sind qua Amt im 15-köpfigen Vorstandsteam des Vereins vertreten und hatten vergangene Woche angekündigt, ihre Vorstandsposten ruhen zu lassen, wenn die Pfalzwein sich nicht bewegt und das Königinnen-Amt abgeschafft bleibt. Von dem Titel „PfalzWeinBotschafter“ (m/w) halten sie nichts.

Kontroverse Diskussionen

Bei dem Treffen am Dienstagabend sei es auch um die Frage gegangen, wie man weiter miteinander umgehen wolle, berichtet Bad Dürkheims Landrat Ihlenfeld. Es habe „kontroverse Diskussionen“ gegeben. Die Kommunalpolitiker hätten ihren Standpunkt in Sachen Königinnen-Aus wiederholt: „Wenn’s dabei bleibt, machen wir nicht mehr mit.“ Es sei nicht in Ordnung, wie der Verein Pfalzwein mit den Vorstandsmitgliedern aus der Politik umgegangen sei. Diese waren bei der entscheidenden Sitzung, in der die Änderungen besprochen worden sind, aus Termingründen verhindert. Schade sei, dass durch das Agieren der Pfalzwein „ein Schaden entstanden ist. Es stehen viele gegen die Pfalzwein, die eigentlich Verbündete sind“, bedauert Ihlenfeld. Er hoffe, dass bei einer weiteren Sitzung des Vorstands die Botschafter-Entscheidung revidiert wird. Ihlenfeld ist an einem Einvernehmen gelegen: „Es war Konsens, dass es keinen Sinn macht, wenn wir gegeneinander stehen.“

Es muss schnell eine neue Sitzung geben

In diese Richtung äußert sich auch Dietmar Seefeldt von der Südlichen Weinstraße. Es müsse nun kurzfristig eine Vorstandssitzung geben, sagt er. Schließlich soll die Wahl der neuen Weinhoheiten schon Anfang Oktober über die Bühne gehen. Er selbst glaube, dass es seitens der Pfalzwein Zugeständnisse geben werde, sagt Seefeldt und hebt hervor: „Gut war, dass man das Thema auf breiter Ebene diskutiert hat und verschiedene Stimmen zu Wort kamen.“ Die beiden Landräte haben kein Problem mit einem Weinkönig, der Neustadter OB schon. Weigel ist der Meinung, dass nur eine Frau das Amt ausfüllen kann. Die Krone hält Seefeldt für ein wichtiges „Erkennungszeichen und einen Türöffner für Gespräche“. Es sei aber in Ordnung, sie nur anlassbezogen zu tragen.

Bei der Krisensitzung, die im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Mußbach stattfand, waren rund 50 bis 60 Menschen anwesend. Neben dem Vorstand der Pfalzwein und Mitgliedern des Bauern- und Winzerverbands seien auch ehemalige Hoheiten unter den Teilnehmern gewesen, hieß es.

Pfalzwein: Vertiefende Gespräche nötig

Die Pfalzwein hatte eigentlich für Mittwoch eine Pressekonferenz angekündigt, später hieß es, man wolle sich am Vormittag zum Ergebnis äußern. Am Mittag gab es ein kurzes Statement, das Geschäftsführer Joseph Greilinger per E-Mail verschickte. Darin hieß es: „Die Gebietsweinwerbung sieht sich nicht in der Lage, zum Amt der Pfälzer Weinhoheiten zum jetzigen Zeitpunkt näher Stellung zu beziehen.“ Die Beteiligten seien zu dem Schluss gekommen, dass „vertiefende Gespräche zwischen der Stadt Neustadt und Pfalzwein und weitere Gespräche innerhalb des Vorstandes der Pfalzwein“ notwendig seien. „Sobald eine Lösung vorliegt, wird diese mit größtmöglicher Transparenz veröffentlicht.“

x