Hessheim RHEINPFALZ Plus Artikel Nach erneutem Brand sagen Süd-Müll-Geschäftsführer: „Katastrophal“ fürs Image

Wieder brennt es bei Süd-Müll: Am 1. Oktober steht ein Container in Flammen – dahinter die Halle für Sondermüll.
Wieder brennt es bei Süd-Müll: Am 1. Oktober steht ein Container in Flammen – dahinter die Halle für Sondermüll.

Am Dienstag, 14 Uhr, ist das Entsorgungsunternehmen Süd-Müll in Heßheim (Rhein-Pfalz-Kreis) erneut Thema im Umweltausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags. Die Regierungsfraktionen sowie die CDU fordern von der Landesregierung Aufklärung über den Großbrand vor über einer Woche bei dem Betreiber des landesweit größten Sondermüll-Zwischenlagers. Und eine Woche nach dem Großereignis gab es den nächsten Feueralarm.

Von Simone Schmidt

Das Feuer in den frühen Morgenstunden des 24. September und die dabei völlig zerstörte Wertstoffhalle hatte bei der örtlichen Bürgerinitiative und bei Politikern die Debatte um Sicherheitsstandards bei dem Unternehmen der Willersinn-Gruppe neu angeheizt. Seitdem im Sondermüll-Zwischenlager im August 2018 zwei Mitarbeiter an hoch toxischem Schwefelwasserstoff gestorben waren, werden die Sicherheitsauflagen kritisch hinterfragt, mitunter auch angezweifelt. Die Staatsanwaltschaft hatte damals keinen für den Tod der zwei Männer Verantwortlichen finden können und die Ermittlungen eingestellt.

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Aufklärung tut not

Mängel, aber keine Gründe zur Schließung

Die örtliche Bürgerinitiative fordert eine Schließung des Zwischenlagers von Sondermüll, dem wohl gefährlichsten Teil des Unternehmens. Die zuständige Behörde, die SGD Süd in Neustadt, ist nach wie vor jeden Monat zur Kontrolle bei Süd-Müll – unangekündigt und angekündigt. Beanstandungen gibt es immer wieder, aber laut SGD keine Anhaltspunkte als Grundlage für eine Teilschließung.

Firma ist ratlos zur jüngsten Brandursache

Dass es nach dem 24. September nun am 1. Oktober erneut, und damit zum dritten Mal innerhalb eines Jahres, bei Süd-Müll brannte – wenn auch ohne Personenschäden –, lässt selbst die Firmenchefs Benedikt und Dominic Eberhard bekennen: Für das Image sei das „katastrophal“. Bei dem Hallen-Großbrand im September geht die Staatsanwaltschaft von Selbstentzündung als Ursache aus. Im April hatte in der nun zerstörten Halle ein Schredder für Kunststoffe gebrannt. Eine Erklärung für das jüngste Feuer kurz nach 21.30 Uhr am Donnerstag in einem Metallcontainer hat die Geschäftsleitung nicht.

Lackreste könnten Späne entzündet haben

In dem Container hätten sich nur unbehandelte Holzspäne befunden. Normalerweise würden in dem Behältnis Farben und Lacke bis zur Müllverbrennung ausdünsten und eindicken – abgedeckt im Freien. Holzspäne würden dem Müll beigemengt. An den Behälterwänden hafteten jedoch üblicherweise immer Farb- und Lackreste. Die waren wohl der Auslöser für das Feuer, mutmaßt die Kontrollbehörde, die SGD Süd. Die Polizei ermittelt noch.

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