Wissensdurst Weintipp RHEINPFALZ Plus Artikel Feuerwerk im Glas – Tipp für Silvester: Cuvée aus Gönnheim

Sekttipp für Silvester: das Cuvée 422 Extra Brut.
Sekttipp für Silvester: das Cuvée 422 Extra Brut.

Sekt gehört für viele zu Silvester dazu. Dabei lohnt es sich genauer hinzuschauen und nicht nur irgendeinen Sekt zum Anstoßen zu kaufen.

Kaum ein Getränk ist so eng mit den Feiertagen und insbesondere mit Silvester verbunden wie Sekt. Doch jenseits des Mitternachtsmoments lohnt sich ein genauerer Blick: Vor allem Sekte aus traditioneller Flaschengärung zeigen, wie anspruchsvoll und vielseitig Schaumwein sein kann. Ein herausragendes Beispiel dafür ist das Cuvée 422 Extra Brut vom Weingut Eymann aus Gönnheim – ein Sekt, der weit mehr ist als ein klassischer Aperitif.

Traditionelle Flaschengärung – die Königsklasse der Sektherstellung

Die traditionelle Flaschengärung gilt als das zeit- und kostenintensivste Herstellungsverfahren für Schaumwein. Die zweite Gärung findet individuell in jeder einzelnen Flasche statt: Zucker und Hefe werden zugesetzt, die Flasche wird verschlossen, und die Kohlensäure entsteht auf natürliche Weise im Wein.

Nach Abschluss der Gärung beginnt der eigentliche handwerkliche Teil. Jede Flasche wird einzeln abgerüttelt, das heißt über Wochen langsam immer senkrechter gestellt, sodass sich die Hefe im Flaschenhals sammelt. Anschließend wird jede Flasche separat degorgiert. Der Hefepfropfen wird entfernt, ohne Druck und Perlage zu verlieren. Dieses aufwendige Verfahren sorgt für besonders feine Mousseux, Tiefe und Komplexität und ist die Grundlage für große, langlebige Sekte.

Weingut Eymann – biodynamische Arbeit aus Gönnheim

Das Weingut Eymann aus Gönnheim arbeitet biodynamisch und versteht den Weinberg als lebendiges Ökosystem. Ziel ist es, Weine und Sekte mit klarer Herkunft, Spannung und innerer Balance zu erzeugen, ohne kosmetische Eingriffe, dafür mit viel Geduld und handwerklichem Anspruch.

Das Cuvée 422 Extra Brut: Sekt mit Tiefe und Haltung

Für das Cuvée Extra Brut setzt das Weingut Eymann konsequent auf klassische Burgundersorten. Pinot Noir und Chardonnay stammen aus eigens zur Sektherstellung angelegten Weinbergen, bestockt mit Massenselektionen aus der Champagne. Die frühe Handlese zielt auf Frische und Spannung, nicht auf Reife oder Opulenz. Die Grundweine vergären spontan in Holzfässern, reifen mehrere Monate auf der Vollhefe und werden anschließend mit bis zu 30 % Réserveweinen aus dem Solera-System ergänzt. Nach der traditionellen Flaschengärung folgt ein Hefelager von 24 bis 36 Monaten.

Im Glas zeigt sich der Sekt entsprechend präzise. Die Aromatik ist kühl und fokussiert, geprägt von frischem Apfel, Zitrus und einer feinen, hefigen Note. Die Perlage wirkt animierend, der Gesamteindruck ist straff, trocken und elegant. Ein Extra Brut, der mehr auf Struktur und Balance setzt als auf Lautstärke.

Das Cuvée zeigt eindrucksvoll, dass deutscher Winzersekt längst auf Augenhöhe mit den großen Schaumweinen Europas arbeitet.

Speisebegleitung und Feiertage – Sekt neu gedacht

Gerade zu den Feiertagen zeigt sich, dass hochwertiger Sekt weit mehr kann als nur den Auftakt zu machen. Ein Extra Brut wie dieser begleitet problemlos ein ganzes Menü: von feinen Vorspeisen über Fisch- und Meeresfrüchtegerichte bis hin zu hellen Fleischgerichten oder reduzierten vegetarischen Kreationen.

Besonders an Silvester lohnt es sich, Sekt nicht nur zum Anstoßen um Mitternacht einzuplanen, sondern ihn bewusst als Essensbegleiter einzusetzen. Die Frische, die feine Perlage und die präzise Struktur machen ihn zu einem vielseitigen Partner am Tisch: elegant, festlich und überraschend vielseitig.

Erhältlich ist der Cuvée 422 Extra Brut im Weingut für 19,90€.

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