Zweibrücken
Wie es mit einem Jugendparlament für Zweibrücken klappen könnte
Mit einem Antrag im Zweibrücker Stadtrat versucht die Grünen-Fraktion, in der Sitzung am Mittwoch eine Mehrheit für die Einführung eines Jugendparlaments zu gewinnen. Stimmt der Rat zu, soll die Stadtverwaltung gebeten werden, Vorschläge zu entwickeln, wie die Jugendvertretung organisiert sein und arbeitsfähig gemacht werden kann. Die Grünen regen an, dass auch Jugendliche aus umliegenden Verbandsgemeinden mitmachen dürfen, die in Zweibrücken zur Schule gehen.
Die Stadtverwaltung steht dem Ansinnen positiv gegenüber. Dies erklärt Rathaussprecher Jens John auf RHEINPFALZ-Anfrage. 2019 hatte die SPD-Fraktion einen ersten Vorstoß unternommen, was 2022 zum Versuch führte, eine Jugendkonferenz namens Connect ins Leben zu rufen. Dass dieses Projekt damals ergebnislos verpuffte, führt die Verwaltung darauf zurück, dass das Interesse in der Zweibrücker Jugend „zuletzt deutlich abgeebbt“ sei. Kurz vor dem Jahreswechsel sprach die Verwaltung dann von Plänen, 2025 einen neuen Anlauf für die Jugendkonferenz Connect zu starten – und zwar „als digitales Format, um so den Jugendlichen möglichst niedrigschwellig die Beteiligung zu ermöglichen“. Von dieser Idee hat man sich nun aber wieder verabschiedet. „Aus Sicht der Verwaltung wird die ursprünglich geplante digitale Jugendkonferenz nicht mehr belebt“, gibt John bekannt.
Ein erster Zeitrahmen steht
Stattdessen soll nun das Jugendamt über seine „kommunale offene Jugendarbeit (Koja)“ die Gründung eines Jugendparlaments begleiten und diesem Gremium dauerhaft als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Das Vorhaben müsse aber „sowohl finanziell als auch zeitlich und damit personell gestemmt werden“ – abhängig davon, „wie sehr sich Jugendliche einbringen“, so der Rathaussprecher.
Stimmt der Stadtrat am Mittwoch dem Vorhaben zu, wolle man bis zu den Osterferien mit den Gründungsvorbereitungen fertig sein. Denn für die dann folgenden Wochen seien die Koja-Mitarbeiter bereits für andere Aufgaben verplant, zum Beispiel bei der Ferienbetreuung.
Altersgruppe von 14 bis 21 Jahren
Ähnlich, wie dies in Pirmasens und Kaiserslautern bereits Praxis ist, soll das Jugendparlament auch in Zweibrücken das Recht haben, Anträge und Anfragen an den Stadtrat und dessen Ausschüsse zu richten. Zudem soll es einen Vertreter in den Jugendhilfeausschuss schicken, der dort mitreden darf.
Das junge Parlament soll mindestens zehn und maximal 30 Mitglieder haben – je nachdem, wie viele Interessierte von den Schulen gemeldet werden. Das Gremium sei der Altersgruppe von 14 bis 21 Jahre vorbehalten. Jens John: „Weitere Details zur Arbeitsstruktur dürfen die Jugendlichen selbst bestimmen.“ Wie gesagt, falls der Stadtrat am Mittwoch seinen Segen gibt. Was die finanzielle Ausstattung betrifft, könnten dem Gremium im ersten Jahr bis zu 1000 Euro aus dem Budget der Jugendpflege überlassen werden – nach Absprache mit der Koja.
Jens John: „Jugendrelevante Themen, wie jüngst der Skate- oder Mountainbike-Park, sollten frühzeitig thematisch mit dem Jugendparlament besprochen werden.“ Dieses soll Informationen an andere Zweibrücker Jugendliche weitergeben und deren Rückmeldungen einholen.
Vorgesehen ist, dass ab Ende Februar für die Gründung des Jugendparlaments und die Teilnahme daran geworben wird. Dies, so John, soll an allen Schulen sowie auf den digitalen und analogen Kanälen erfolgen, die der Stadt zur Verfügung stehen. Zudem wolle man die Zweibrücker Jugend dazu einladen, ein Werbevideo zu produzieren.