Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Warum Tadano-Mitarbeiter jetzt freiwillig gehen sollen

Ortstermin vor dem Werk Wallerscheid: Markus Lippick (links) und Frank Schilb vom Tadano-Betriebsrat im Gespräch mit SPD-Landtag
Ortstermin vor dem Werk Wallerscheid: Markus Lippick (links) und Frank Schilb vom Tadano-Betriebsrat im Gespräch mit SPD-Landtagsfraktionschefin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Beim Zweibrücker Kranhersteller Tadano haben die Vorbereitungen für den vereinbarten Personalabbau begonnen. Kündigungen wurden offenbar noch keine ausgesprochen.

Nach Beendigung des vierwöchigen Streiks bei Tadano in Zweibrücken hatte die Belegschaft im Oktober einem Vertrag zugestimmt, den Betriebsrat und IG Metall mit der Geschäftsführung ausgehandelt haben. Demnach darf sich Tadano jetzt von bis zu 260 Mitarbeitern trennen. Ist dies vollzogen, dürfen im verbliebenen Personal vor dem 31. Dezember 2028 keine Mitglieder der IG Metall mehr ohne Zustimmung des Betriebsrats betriebsbedingt gekündigt werden.

Derzeit befinde sich die Geschäftsführung „in der Umsetzungsphase des im Oktober mit dem Betriebsrat vereinbarten Personalabbaus“, sagt Tadano-Sprecherin Anne Steeb zur RHEINPFALZ. „Wir machen gute Fortschritte in der Zukunftssicherung der Tadano Demag GmbH. Wir freuen uns sehr, dass die Produktion wieder angelaufen ist, und wir blicken positiv auf die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite.“

„Stimmung derzeit ziemlich schlecht“

„Im Moment werden Aufhebungsverträge an alle verteilt, die sich ein freiwilliges Ausscheiden vorstellen könnten“, berichtet der Betriebsratsvorsitzende Eduard Glass auf Anfrage. Er spricht von gut 250 Vertragspapieren. „Die Leute gucken sich das an und müssen dann entscheiden, ob sie die Konditionen akzeptieren und das Vertragsangebot annehmen.“ Werde bereits über freiwilliges Ausscheiden die angestrebte Anzahl von knapp 260 Mitarbeitern erreicht, die gehen sollen, „müssten anschließend überhaupt keine Kündigungen mehr ausgesprochen werden“, meint Glass. „Wie viele Kündigungen es in den nächsten Wochen dann doch noch gibt, hängt also davon ab, wie viele von sich aus gehen.“

Im Arbeitskampf um die Zukunft der beiden Zweibrücker Tadano-Werksstandorte hatte die Belegschaft vom 4. September bis 1. Oktober gestreikt. Seither scheinen sich die Produktionsabläufe bei dem Kranhersteller wieder normalisiert zu haben, sagt Eduard Glass. „Da ist nichts, was wir wegen der Ausfälle in der Streikzeit jetzt unbedingt nacharbeiten müssten. Die Abläufe lassen sich entsprechend verschieben. Man kann sich aber vorstellen, dass die Stimmung in der Belegschaft derzeit ziemlich schlecht ist.“

Wie weiter auf dem Wallerscheid?

Während die Tarifeinigung den Bestand des Tadano-Fabrikstandorts Dinglerstraße bis mindestens Ende 2028 garantiert, ist dort andererseits bis Sommer 2025 die Aufgabe des Werks Wallerscheid am Flughafen vorgesehen. Wie weit der angekündigte Verkauf des Werks Wallerscheid inzwischen gediehen ist, teilt die Geschäftsführung auch auf Nachfrage nicht mit. Betriebsratschef Eduard Glass spricht derweil von einem „unveränderten Zustand. Es heißt, es gebe immer noch keinen Käufer. Man hält sich in der Chefetage bedeckt.“

Die Geschäftsführung, so Sprecherin Anne Steeb, fokussiere sich jetzt mit der Belegschaft „mit aller Kraft darauf, der Tadano Demag GmbH in Zweibrücken eine gute Zukunftsperspektive zu geben“. Die beiden Partner hätten inzwischen einen „strukturierten Beteiligungsprozess“ aufgenommen – mit dem „Ziel, dass Belegschaft und Geschäftsführung gemeinsam Vorschläge und Ideen zur kontinuierlichen Verbesserung diskutieren und umsetzen“.

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