Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Strom wird teurer – trotzdem zahlen die Zweibrücker weniger

Die Zweibrücker Stadtwerke erhöhen den Strompreis.
Die Zweibrücker Stadtwerke erhöhen den Strompreis.

Zum 1. Oktober wird bei den Stadtwerken der Strom um drei Cent pro Kilowattstunde teurer. Trotzdem könnte die Jahresrechnung für 2022 niedriger ausfallen als im Vorjahr.

Zum Jahreswechsel hatten die Zweibrücker Stadtwerke ihren Gaspreis um einen Cent und zum 1. Juli um weitere 1,5 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Deshalb muss ein durchschnittlicher Haushalt heuer etwa 1800 statt zuvor 1400 Euro im Jahr bezahlen. Am Freitag gaben die Zweibrücker Stadtwerke nun auch beim Strom eine Preissteigerung bekannt. „Unser Aufsichtsrat hat beschlossen, dass wir den Stromtarif zum 1. Oktober um drei Cent netto plus Umsatzsteuer pro Kilowattstunde erhöhen“, erklärte Geschäftsführer Werner Brennemann.

Begründet wird dieser Schritt erwartungsgemäß mit der angespannten Lage auf dem weltweiten Energiemarkt vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine.

Erstmals seit 2020, als sich die Kilowattstunde um einen knappen Cent verteuerte, drehen die Stadtwerke nun wieder an der Strompreisschraube. Trotzdem dürfte die Jahresrechnung bei den Kunden am Ende sogar etwas niedriger ausfallen. „Am 1. Juli hat die Bundesregierung die EEG-Umlage gestrichen“, sagt Werner Brennemann: Mit dieser Abgabe sollte in Deutschland dem Ausbau der erneuerbaren Energien unter die Arme gegriffen werden. Jetzt fällt die EEG-Umlage weg, die mehrere Cent pro Kilowattstunde ausgemacht hatte. „Weil dieser Kostenfaktor nun nicht mehr da ist, fällt der Strompreis unterm Strich jetzt trotz unserer leichten Erhöhung unterm Strich für den Kunden etwas niedriger aus als vorher.“

Kapriolen am Spotmarkt

Als Beispiel nennt der Geschäftsführer einen Zweibrücker Durchschnittshaushalt, der rund 3600 Kilowattstunden im Jahr verbraucht. Inklusive EEG-Umlage habe solch eine ganz normale Familie im Jahr 2021 knapp 1140 Euro für Energie aus der Steckdose bezahlen müssen. Für 2022, den Wegfall der EEG-Umlage und die Preiserhöhung der Stadtwerke zum Oktober mit eingerechnet, sei eine Jahresrechnung zu erwarten, die um fast 50 Euro unter dem Vorjahresbetrag liegt.

Angesichts der Kapriolen, die die Strompreise an den internationalen Börsen und Spotmärkten schlagen, „sind wir mit unserer Erhöhung um drei Cent noch äußerst moderat“, versichert Brennemann. Wie lange die Stadtwerke ihren geänderten Tarif wohl halten können? „Bis 31. Dezember mal mindestens“, lautet die sehr vorsichtige Antwort. „Für Prognosen, wie es mit der weltweiten Preisentwicklung dann weitergeht, haben wir leider keine Glaskugel.“

Erhöht ein Energieversorger seine Preise, hat jeder Kunde das Recht, seinen Anbietervertrag zu kündigen. „Deshalb kündigen wir den veränderten Tarif sechs Wochen im voraus an und erhöhen den Strompreis nicht zum 1. September, sondern erst zum 1. Oktober“, erläutert Brennemann. Ob es aber eine gute Idee sei, den Vertrag zu kündigen, sei schwer zu sagen: „Zu welchem anderen Anbieter soll der Kunde denn hingehen?“

Entwicklung beim Gaspreis unklar

Und der Gaspreis? Jüngst hatte Brennemann den Kunden geraten, ein Scherflein für die Folgerechnung im kommenden Jahr beiseite zu legen. Und dass der Bund beim Gas bald eine neue Sonderabgabe erheben könnte, die die Versorger dann wieder auf ihre Rechnungen draufschlagen müssen, mag der Stadtwerke-Chef nicht ausschließen. „Trotzdem sollten wir nicht in Panik verfallen“, möchte Brennemann der Bevölkerung Mut machen.

Schwimmbad: Badewasser wird nicht kühler

Angesichts der massiv gestiegenen Energiekosten sind viele Schwimmbäder in Deutschland dazu übergegangen, die Wassertemperatur in ihren Becken um ein oder mehrere Grad Celsius abzusenken. So soll teures Gas eingespart werden. Für die beiden Zweibrücker Schwimmbäder ist diese Maßnahme derzeit kein Thema, sagt Werner Brennemann. „Unsere Bäder werden von einem Blockheizkraftwerk geheizt. Das schaltet sich bei einer Wassertemperatur von 24 Grad automatisch ab.“ Angesichts derzeit herrschender Außentemperaturen von bis zu 40 Grad sei das Badewasser also ohnehin schon so warm, dass es gar nicht mehr künstlich beheizt werden müsse. Im Umkehrschluss bedeute dies, dass das Schwimmbadwasser aktuell mindestens 24 Grad Celsius warm sei.

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