Zweibrücken Pfälzer Brunnen bekommt nach über 100 Jahren neuen Namen
Der König-Ludwig-Brunnen auf dem Zweibrücker Hallplatz wird umbenannt. Das hat der Kulturausschuss schon vor einem Monat empfohlen. Am Mittwoch hat der Stadtrat endgültig zugestimmt. Der Brunnen aus dem Jahr 1914 heißt nun Fritz-Gugenheim-Brunnen. Damit trägt er den Namen seines Stifters. Gugenheim war ein jüdischer Kaufmann, der in Zweibrücken in einfachen Verhältnissen aufwuchs, in Berlin zu Wohlstand kam und später von den Nazis enteignet wurde. Auf seine Geschichte wird eine Gedenktafel hinweisen. Damit will die Stadt den Stifter des Brunnens wieder ins Bewusstsein der Zweibrücker rücken.
Die Gedenktafel, eine Stadtrundgangstafel, wie es in Zweibrücken bereits 28 gibt, wird in der Nähe des Brunnes stehen. Sie kostet 3500 Euro. Dass Fritz Gugenheim eine solche Informationstafel bekommt, darüber waren sich die Stadtratsmitglieder wie schon der Kulturausschuss einig. Und wie im Ausschuss gab es Gegenstimmen bei der Frage, ob der Brunnen umbenannt werden soll. Diskutiert wurde aber nicht mehr. Lediglich AfD-Sprecher Jonas Keuchel sagte, er bedauere die Namensänderung.
Der König hatte keinen Bezug zu Zweibrücken
Gugenheim selbst hatte vor 110 Jahren vorgeschlagen, den Brunnen nach dem bayerischen König zu benennen. Stadtmuseumsleiterin Charlotte Glück hatte im Kulturausschuss Anfang April aber darauf hingewiesen, dass der bayerische König keinen Bezug zu Zweibrücken gehabt habe: „Das ist kein Name, den wir hier in Zweibrücken würdigen müssen.“ Gugenheim habe sich für den Namen des Königs entschieden, weil es damals eine besondere Ehre gewesen sei, wenn der Brunnen den Namen des Königs trägt. Sie sei bei Namensänderungen sehr vorsichtig, aber in diesem Fall „könnten wir uns heute über den Wunsch von Gugenheim hinwegsetzen, indem wir den Brunnen nach ihm benennen. Er hat ja die Ehre viel mehr verdient.“ Zweibrücken würdige damit „einen großzügigen Spender, wie es ihn in der Zweibrücker Geschichte nicht sehr oft gegeben hat.“
Die Zweibrücker kennen den Brunnen aber sowieso nicht unter seinem richtigen Namen. Für sie ist es „der Brunnen auf dem Hallplatz“. Das stellte auch Kulturdezernentin und Bürgermeisterin Christina Rauch unter Beweis, die am Mittwoch ebenfalls vom „Hallplatz-Brunnen“ sprach und sich dann lachend verbesserte: „König-Ludwig-Brunnen – ich meine Fritz-Gugenheim-Brunnen“.