Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Brunnen in Innenstadt soll Namen des jüdischen Stifters tragen

Der Brunnen steht seit über 110 Jahren auf dem Hallplatz, hier ein Foto aus der Zeit, bevor die Hallplatzgalerie gebaut wurde.
Der Brunnen steht seit über 110 Jahren auf dem Hallplatz, hier ein Foto aus der Zeit, bevor die Hallplatzgalerie gebaut wurde.

Der König-Ludwig-Brunnen auf dem Zweibrücker Hallplatz soll umbenannt werden. Das empfiehlt der Kulturausschuss.

Der Brunnen aus dem Jahr 1914 soll künftig Fritz-Gugenheim-Brunnen heißen und damit den Namen seines Stifters tragen. Außerdem soll eine Gedenktafel auf die Geschichte hinweisen. Damit will Zweibrücken den jüdischen Kaufmann, der in Zweibrücken in einfachen Verhältnissen aufwuchs, in Berlin zu Wohlstand kam und später von den Nazis enteignet wurde, wieder ins Bewusstsein rücken.

In der Nähe des Brunnes wird eine Stadtrundgangstafel aufgestellt, wie es in Zweibrücken bereits 28 gibt, 22 davon in der Innenstadt. Laut Kulturdezernentin Christina Rauch kostet die Tafel 3500 Euro. Dass Fritz Gugenheim mit einer solchen Informationstafel „mehr in die Erinnerung der Stadt gerückt werden sollte“, wie es Christina Rauch ausdrückte, darüber waren sich alle Ausschussmitglieder einig. Eine kurze Diskussion gab es zu der Frage, ob der Brunnen auch einen neuen Namen bekommen soll – obwohl Gugenheim selbst vor 110 Jahren vorgeschlagen hatte, den Brunnen nach dem bayerischen König zu benennen.

Frank Schmid: Auch Straße nach Gugenheim benennen

Gertrud Schiller (CDU) fand, Gugenheim sei „durch die Gedenktafel genug gewürdigt“. Ihr sei bewusst, „dass ihm schweres Unrecht angetan wurde, aber das kann nicht wiedergutgemacht werden“. Elisabeth Metzger (CDU) sah es anders als ihre Fraktionskollegin. Die bayerische Vergangenheit Zweibrückens sei mit dem Wittelsbacher Brunnen am Mannlichplatz und der Büste von König Max im Schlossgarten schon genug gewürdigt. „Es ist eine Ehre für uns, so einen Mensch in unserer Stadt gehabt zu haben“, fand sie. Frank Schmid (SPD) war ebenfalls für eine Umbenennung und schlug vor, auch eine Straße in einem Neubaugebiet nach Gugenheim zu benennen.

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Auf die Frage von Stefan Schantz (FWG), was König Ludwig für Zweibrücken getan habe, sagte Stadtmuseumsleiterin Charlotte Glück, dass der bayerische König keinen Bezug zu Zweibrücken gehabt habe: „Das ist kein Name, den wir hier in Zweibrücken würdigen müssen.“ Gugenheim habe sich für den Namen des Königs entschieden, weil es damals eine besondere Ehre gewesen sei, wenn der Brunnen den Namen des Königs trägt. Sie sei bei Namensänderungen sehr vorsichtig, aber in diesem Fall „könnten wir uns heute über den Wunsch von Gugenheim hinwegsetzen, indem wir den Brunnen nach ihm benennen. Er hat ja die Ehre viel mehr verdient.“ Zweibrücken würdige damit „einen großzügigen Spender, wie es ihn in der Zweibrücker Geschichte nicht sehr oft gegeben hat.“

Stadtrat entscheidet am 30. April

Nach der kurzen Diskussion stimmte der Ausschuss mit sieben zu vier Stimmen für eine Umbenennung. Die Vertreter von SPD, Grüne, FWG und FWG sowie Elisabeth Metzger von der CDU waren dafür, der Großteil der CDU und die AfD dagegen. Endgültig ist die Namensänderung damit noch nicht. Der Ausschuss gibt nur eine Empfehlung an den Stadtrat. Der entscheidet am 30. April.

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