Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Kinder lässt man nicht in der Kälte stehen

Die Autobahn gehört dem Bun
Die Autobahn gehört dem Bun

Der Schulbus ist überfüllt, die Autos stehen im Stau. Behörden und Unternehmen können alles richtig machen, am Ende ist es doch falsch. Und die Leidtragenden sind andere.

Kinder stehen nach der Schule an der Haltestelle, kommen nicht heim, weil der Bus zu voll ist, und niemand hat was falsch gemacht. Das gibt es: Weil Anfang Dezember Züge ins Schwarzbachtal ausfielen, hat die Bahn Ersatzbusse eingesetzt. Die brauchten für die Strecke zwischen Zweibrücken und Pirmasens länger, so dass die Abfahrtszeiten nicht mehr auf den Schulschluss abgestimmt waren. Schüler aus der Innenstadt, die normalerweise den Zug nehmen, wichen dann nicht auf die Ersatzbusse aus, sondern auf die Buslinie 240, auf die auch die Schüler vom Hofenfels und der Mannlich-Realschule angewiesen sind. Dort war der Bus dann aber so voll, dass der Fahrer irgendwann keinen mehr reinließ. Darf er auch nicht. Wäre ein Unfall passiert, wäre der Fahrer in Teufels Küche gekommen.

Die Bahn hat für Ersatzbusse gesorgt, die sich nach dem Zugfahrplan richten. Und nach Aktenlage alles richtig gemacht. Nutzt dem Schulkind aber nichts, das hungrig in der Kälte steht und eine Stunde später heimkommt. Dass die Busse viel länger brauchen als die Züge, darauf weist die Bahn schon selbst hin. Es war also klar, dass sie entweder zu früh oder zu spät abfahren. Nicht klar war der Bahn, welche Auswirkungen das vor Ort hat.

Es ist wie mit den Baustellen zwischen Zweibrücken und Homburg. Die Ampel in Ernstweiler war Sache von Rheinland-Pfalz, die gesperrte Brücke bei Einöd Sache des Saarlandes, und die Lärmschutzwand auf der Autobahn, die baut der Bund. Da hat jeder für sich alles richtig gemacht, und der eine kann nichts dafür, wenn’s bei dem anderen länger dauert. Nutzt aber den Autofahrern nichts, die jeden Tag im Stau stehen.

x