Einöd RHEINPFALZ Plus Artikel Weiterhin Staus: Einöder Brücke bleibt ein Jahr länger dicht

Die Brückenbaustelle in der Einöder Ortseinfahrt wird noch ein Jahr länger für Behinderungen sorgen.
Die Brückenbaustelle in der Einöder Ortseinfahrt wird noch ein Jahr länger für Behinderungen sorgen.

Aus zwölf Monaten werden mal eben 24: Die Sanierung der Einöder Brücke auf der B423 sollte ursprünglich in diesem Sommer ihr Ende finden. Nun dauert es bis Sommer 2025 – für die Autofahrer bedeutet das weiterhin Staus und eine Einbahnstraße. Was ist der Grund für die Verzögerung?

Die Sanierung der Einöder Brücke in der Ortseinfahrt wird bis zum Sommer 2025 dauern – und damit ein Jahr länger als geplant. Darüber informiert der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) nun. Für Autofahrer, die aus Webenheim und Wattweiler kommen, bedeutet das: Die Strecke bleibt weiterhin Einbahnstraße.

Die Brücke, die sowohl die Bahnstrecke am Ortsausgang Richtung Schwarzenacker und Webenheim als auch den Verbindungsweg zwischen Einöder Bahnhof und Ingweiler überspannt, wird seit Sommer 2023 saniert. Deshalb können weiterhin nur noch Autofahrer aus Richtung Webenheim die Brücke passieren.

Salz hat sich in Beton gefressen

Die Fahrt von der Autobahnabfahrt Einöd in Richtung Einöd selbst und auch in Richtung Schwarzenacker ist möglich, allerdings nicht aus der entgegengesetzten Richtung nach Webenheim. Und das bleibt auch während der Sanierung weiterhin so. Die Umleitung von Schwarzenacker nach Webenheim führt über die A6 hinter Homburg bis zur Anschlussstelle Kreuz Neunkirchen, auf die A8 in Richtung Zweibrücken und von der Abfahrt Einöd zurück auf die B423 in Richtung Webenheim. Man kann auch über Einöd und die Webenheimer Straße fahren.

Der Grund für die zwölfmonatige Verzögerung: Bei den Arbeiten ist laut LfS eine erhöhte Chloridbelastung entdeckt worden, die bis in tiefere Betonschichten hineinreiche und den Beton angreift. Chlorid ist ein Salz, das in unterschiedlichen Kristallstrukturen vorkommt und auch mit dem Teil-Einsturz der Carolabrücke in Dresden am 11. September 2024 in Verbindung gebracht wird. Das Salz kann unbemerkt durch Risse oder Lücken in den Brückenbeton eindringen und das Material derart angreifen, dass es korrodieren könnte.

Chloridbefallener Beton muss während gesamter Arbeiten ersetzt werden

„Der notwendige Abtrag des belasteten Materials erfordert zusätzliche Arbeiten und aufwendigere Planungen, die sich auf die Bauzeit auswirken“, heißt es von der Pressestelle des Landesbetriebs für Straßenbau. Ist das Chlorid schon tief in den Beton eingedrungen, könne das Salz häufig erst während der Sanierungsarbeiten erkannt werden, so der LfS. Das Tückische: Die Chloride, die sich in den Beton gefressen haben, richten im Material nicht sofort sichtbare Schäden an.

Durch Messungen hat man inzwischen die Stellen gefunden, an denen sich das Chlorid befindet. Der chloridbefallene Beton ist an der Einöder Brücke bereits durch Höchstdruckwasser-Strahler entfernt und durch neues Material ersetzt worden. „Diese Maßnahmen werden auch im nächsten Bauabschnitt notwendig sein“, sagt der LfS. Das hat eine Verzögerung der gesamten Arbeiten zur Folge. Aber: Die Arbeiten, um das Chlorid zu entfernen, waren wichtig, um zu verhindern, dass Schäden an der Brücke auftreten – so ist sichergestellt, dass sich die Bilder der Dresdner Carolabrücke in Einöd nicht wiederholen werden.

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