Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Jetzt aber mal Ruhe hier: A8-Lärmschutzwand ist fertig

Was lange währt: Die A8-Ausfahrt Ernstweiler ist wieder offen; rechts die neue Schallschutzwand.
Was lange währt: Die A8-Ausfahrt Ernstweiler ist wieder offen; rechts die neue Schallschutzwand.

Seit 50 Jahren wird sie gefordert, jetzt wurde tatsächlich auch der letzte Abschnitt fertig. Die Rede ist von der Lärmschutzwand an der Stadtautobahn. Erfreulicher Nebeneffekt: Die Abfahrt Ernstweiler ist wieder frei.

Die Autobahn-Lärmschutzwand bei Ernstweiler ist fertig. Laut Niederlassung West der Autobahn GmbH steht die Anschlussstelle Ernstweiler in Fahrtrichtung Pirmasens dem Verkehr seit Sonntag wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Darauf mussten Autofahrer lange warten. Seit Mai 2023 wurde am letzten Abschnitt der Lärmschutzwand gearbeitet, wobei sich die Bauarbeiten mehrfach verzögerten. Bereits ab 2021 war die Abfahrt Ernstweiler in Fahrtrichtung Pirmasens immer wieder für längere Zeiträume gesperrt gewesen, um die Brücke über den Hornbach abzureißen und neu zu bauen.

Ganz ungehindert kann der Verkehr im Baustellenbereich noch nicht fließen. Wie die Autobahn GmbH mitteilt, wird die bisherige Verkehrsführung auf der A8 bei Ernstweiler schrittweise umgestellt und zunächst eine einspurige Verkehrsführung in beide Fahrtrichtungen, Pirmasens und Saarland, eingerichtet. Das müsse sein, um Schutzvorrichtungen an den Mittelstreifen-Überfahrten zu montieren. Der betreffende Streckenabschnitt sei voraussichtlich ab Ende November wieder vierspurig befahrbar, sofern das Wetter mitspielt, so die Autobahn GmbH.

Ende November wird’s vierspurig

Dass der Bau der Lärmschutzwand um einiges länger dauerte als geplant, hatte unter anderem damit zu tun, dass die Baufirma lange auf spezielle Stahlpfosten warten musste, deren Herstellung sich verzögerte. Ende September dieses Jahres trafen die Pfosten ein und an der Baustelle konnte weitergearbeitet werden. Wegen der lange andauernden Sperrung der Ausfahrt Ernstweiler hatten sich zwischenzeitlich nicht nur Verkehrsteilnehmer, sondern auch Firmen am Unteren Hornbachstaden beschwert, die sich von ihrer Kundschaft abgeschnitten sahen.

Mit der Fertigstellung der Lärmschutzwand kann ein Jahrzehnte altes Thema abgehakt werden. Denn bereits beim Bau der Autobahn in den 70er Jahren hatte sich der Bund verpflichtet, für Schallschutz zu sorgen. Betroffene Anwohner forderten diesen auch immer wieder ein, doch sehr lange passierte nichts, obwohl es Eingaben und Anfragen beim Bundesverkehrsministerium hagelte. Letzteres räumte 2009 einen Fehler ein: Der betreffende Schallschutz-Abschnitt sei schlichtweg vergessen worden.

Bund hatte den Schallschutz vergessen

Von zügigem Nachholen konnte keine Rede sein. Zunächst scheiterte der Bau der Lärmschutzwand daran, dass auch ein Standstreifen vorgesehen war. Da dieser direkt an den Hornbach gegrenzt hätte und es neben der Autobahn in einem bestimmten Abschnitt ohnehin eng war, wäre für die Lärmschutzmauer kein Platz mehr gewesen. Auf den Standstreifen wurde später verzichtet. Zwischenzeitlich wurde als Ersatzmaßnahme ein Tempolimit auf der Stadtautobahn diskutiert. Der Landesbetrieb Mobilität lehnte das aber 2018 ab: Es bringe nichts, die Wirkung von Temporeduzierungen zur Lärmminderung werde überschätzt.

Insgesamt hat die Baumaßnahme rund 3,5 Millionen Euro gekostet, die der Bund übernimmt, wie die Autobahn GmbH mitteilt. Die Lärmschutzwand wurde in verschiedenen Abschnitten gebaut, der Abschnitt zwischen Lanzstraße und der Landesgrenze zum Saarland war der letzte.

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