Zweibrücken
Heißer Sommer: Die Sporthalle ist mal Rückzugsort, mal nicht
Vergangenen Mittwoch kletterte das Thermometer deutschlandweit nahe an die 40-Grad-Grenze, auch in Zweibrücken wurden 36 Grad gemessen. Wer konnte, kühlte sich an dem bisher heißesten Tag des Jahres in den Freibädern der Region ab. Doch was machen die ambitionierten Zweibrücker Sportler an solchen Tagen?
Zwei Tage zuvor, am bereits heißen Montag, gab Trainerin Ulrike Beyerlein vom
„Natürlich schauen wir vor und an solchen Tagen in die Wetter-App“, sagt LAZ-Coach Alexander Gakstädter zum wichtigen Thema für die Freiluftsportart; der Trainerstab habe Temperaturen und Ozonwerte immer im Blick. Aber das Training komplett ausfallen zu lassen, ist dort schwierig, wo Athleten am Wochenende zu Deutschen Meisterschaften fahren oder noch Qualifikationsnormen für internationale Wettkämpfe erfüllen müssen.
„Wir können aber im Training das Thema umstellen auf Einheiten, in denen es mehr um technische und koordinative Fähigkeiten geht. Oder wir passen die Trainingszeit an, verkürzen oder gehen auf eine andere Uhrzeit“, erläutert Gakstädter weiter. Der Verein habe zudem vier offene Zelte (zwei große und zwei kleine) angeschafft, mit denen er im Training und auch bei auswärtigen Wettkämpfen selbst in der Lage sei, für den nötigen Schatten zu sorgen. Zum richtigen Kühlmanagement gehörten bei Wettbewerben auch Kühltaschen mit Akkus, die man sich dann in Handtücher gewickelt um den Hals legen könne. Kühlwesten („die kosten so zwischen 80 und 160 Euro“), wie sie der Deutsche Leichtathletik-Verband unlängst unter anderem LAZ-Sprinterin Sina Mayer bei der Team-Europameisterschaft im spanischen Madrid zur Verfügung gestellt hatte, habe der Verein nicht. „Aber wenn das in Zukunft noch extremer wird mit der Witterung, würden wir vielleicht über eine Anschaffung nachdenken“, sagt der LAZ-Trainer.
Der größte Vorteil des LAZ Zweibrücken ist aber die Dieter-Kruber-Halle im Westpfalzstadion. „Das ist ein klarer Vorteil, unsere Halle ist im Sommer nie brutal aufgeheizt, eher kühl. Wenn’s draußen zu heiß wird, können wir also immer in die Halle umziehen“, sagt Gakstädter.
Für das Thema sensibilisieren
Das sieht bei den Regionalliga-Handballern der
Allerdings wird es in so einer Sporthalle bei solchen äußeren Bedingungen wie zuletzt auch mächtig warm. „Da sind wir echt froh, dass wir bis auf wenige Ausnahmen in der hohen Westpfalzhalle trainieren. Die heizt sich nicht so sehr auf wie die Ignaz-Roth-Halle mit der deutlich niedrigeren Decke“, stellt Schwarzwald fest. Auch er schaut auf die Temperaturen, ob das mit den Trainingsinhalten und der angesetzten Uhrzeit zusammenpasst und gibt vor, wer sich bei Läufen in welcher Pulszone bewegen soll. Ansonsten setzt er neben vielen Trinkpausen auch auf Eigenverantwortung seiner Spieler und will sie für das Thema sensibilisieren: „Ich gehe davon aus, der jeder ausreichend hydriert ins Training kommt.“ Eines hat er aus seiner früheren Trainerzeit in Melsungen noch in Erinnerung: „Da hatte ich zwei Spanierinnen im Team. Die haben erzählt, dass sie zu Hause erst um 23 Uhr trainiert haben.“
Der „Musterhitzeschutzplan“
Übrigens: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheitsministerium und den Universitäten Heidelberg und Mannheim im vergangenen Jahr einen „Musterhitzeschutzplan für den organisierten Sport“ vorgestellt. Der zeigt auf 14 Seiten mögliche Maßnahmen für Sportvereine und -verbände bei große Hitze. Darunter sind zum Beispiel bauliche Maßnahmen wie Vernebelungsanlagen oder auch das Benennen eines Hitzeschutzbeauftragten. Erhältlich ist der Hitzeschutzplan im Internet auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums unter www.bundesgesundheitsministerium.de.
Wir haben auch Krankenhäuser und die Betreiber des Zweibrücker Rosengartens gefragt, wie sie mit der Hitze umgehen. Hier geht’s zum Bericht über die Krankenhäuser und hier zu dem Text über den Rosengarten.