Meinung
Gefahrenstelle auf der A6: Die Ausrede der Autobahn GmbH
Die gefährliche Baustelle auf der Autobahn 6 bei Homburg bleibt uns mindestens bis April 2022 erhalten. Das ist eine sehr schlechte Nachricht. Denn eine derartige Baustelle bremst nicht nur den Verkehrsfluss auf der wichtigsten West-Ost-Straße Europas, nämlich der Verbindung zwischen Paris und Moskau. Nein sie fordert auch Verletzte und Tote. Das haben die beiden schweren Unfälle innerhalb einer Woche Mitte Februar gezeigt.
Ursprünglich wollten die Verantwortlichen die Bauarbeiten bis Dezember 2021 abschließen. Am Mittwoch haben sie zugegeben, dass sie das nicht schaffen und alles wohl erst „im Frühjahr 2022“ fertig wird. Die Autobahn GmbH begründet die auf vier Monate kalkulierte Verspätung mit dem Winterwetter. Ausgerechnet. Winterwetter im Winter! Damit war nun wirklich überhaupt nicht zu rechnen.
Unser Wetterexperte Patrick Lang hat in seinen Daten nachgeschaut. Ja, in diesem Winter fiel Regen und Schnee und eine gute Woche lang war’s eiskalt. Insgesamt herrschte laut Lang drei Wochen lang Winterwetter, mit viel Fantasie vier. Selbstverständlich muss ein erfahrener Baustellenplaner vier Wochen Winterwetter routinemäßig einkalkulieren. Selbst wenn die Autobahn GmbH das versäumt hat, dann rechtfertigen vier Wochen Winterwetter keine Verspätung von vier Monaten.
Bei genauer Betrachtung: Das Wetter ist eine Ausrede.