Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Stück Zweibrücker Geschichte wird nach fast 100 Jahren abgerissen

Die Brücke führe zur „grünen Lunge Bubenhausens“, sagt Gerhard Maurer.
Die Brücke führe zur »grünen Lunge Bubenhausens«, sagt Gerhard Maurer.

Die Fußgängerbrücke von Bubenhausen über den Hornbach wird abgerissen. Ein Stadtratsmitglied will weiter für eine neue Brücke werben. Er hatte auch eine Idee, die mit der Geschichte eines bedeutenden Unternehmens der Stadt zusammenhängt.

Die Stegwiesenbrücke, die in Bubenhausen über den Hornbach führt, wird dieser Tage abgerissen. Dass es für die Brücke keinen Ersatz geben soll, will Gerhard Maurer, Stadtratsmitglied (SPD) und Bubenhauser Bürger, nicht einfach so hinnehmen. Er macht sich für einen Neubau stark, damit die Bürger weiterhin gefahrlos zur kleinen Erholungszone am Hornbach gelangen können.

Die Stegwiesenbrücke liegt etwa auf halber Strecke zwischen Bubenhauser Brücke und Lanzbrücke. Sie ist im Gegensatz zu den beiden anderen Brücken eine reine Fußgängerbrücke und seit 2014 gesperrt, weil sie marode ist. Dass sie abgerissen werden muss, steht für Gerhard Maurer außer Frage. Seiner Meinung nach gibt es allerdings sehr viele Argumente dafür, an ihrer Stelle eine neue Brücke zu bauen. In der letzten Stadtratssitzung waren etliche Ratsmitglieder gegenteiliger Meinung gewesen.

Zur „grünen Lunge Bubenhausens“

Maurer: „Wenn die Leute an der Friedrich-Ebert-Straße oder an der Lanzstraße entlanglaufen müssen, um dort über die Brücke zu gehen, ist das einfach gefährlich.“ Diese beiden Straßen seien stark befahren, der Gehweg häufig zugeparkt. Über die Brücke, die Verlängerung der kleinen Seitenstraße In den Stegwiesen, könne man hingegen gefahrlos auf die andere Seite des Hornbachs gelangen zur „grünen Lunge Bubenhausens“, dem einzigen bewaldeten Teil am Hornbach, sagt Maurer. Das könnten dann auch die Bewohner des betreuten Wohnens, das der ASB derzeit in Bubenhausen neben seinem Hauptsitz in der Friedrich-Ebert-Straße realisiere. Eine neue Brücke müsse seiner Meinung nach auch „kein Premiumprodukt mit Aufzug und sonstigem Schnickschnack sein“. Um sie behindertengerecht zu gestalten, genüge eine „lang anlaufende Fläche“, auf der man sich rollstuhl- und rollatorgerecht auf die Brücke zubewegen könne.

Maurer sieht die Brücke auch als „wichtiges Bindeglied zur demokratischen Achse Bubenhausen“, sie führe an das Gasthaus Ladenburger, dem Gründungslokal des Preß- und Vaterlandsvereins 1832. Gebaut wurde die Brücke laut Maurer 1923 von der Firma Dingler, um die Bubenhauser Bevölkerung besser anzubinden. Zu dieser Zeit war sie ein Bindeglied zu den Waldstücken am Hornbach und den Kleingartenanlagen an den Rangiergleisen. Doch dann kam die Autobahn und zerschnitt das Gebiet; Rangiergleise und Kleingärten wichen einem Industriegebiet mit Tankstelle, Imbissketten und Kino.

Tadano hat kein Interesse

Wenn die Brücke nun abgerissen wird, könnte da nicht auch Tadano als Nachkomme der 1827 gegründeten Dinglerwerke, die in der Folgezeit zu Demag, dann Mannesmann, Terex und schließlich Tadano wurden, Interesse an einem Stückchen Historie, einer fast 100 Jahre alten Brücke, haben? Als Erinnerung an den Erbauer? Das schlug Gerhard Maurer in der Stadtratssitzung Anfang Februar vor. Aber der Nachfolger des Erbauers der Brücke möchte das geschichtsträchtige Bauwerk nicht als Erinnerungsstück haben. „Wir sind stolz, dass wir zum Gesicht von Zweibrücken beigetragen haben mit unserer Geschichte“, sagt auf Anfrage Anne Steeb, Unternehmenssprecherin beim Kranbauer Tadano. Doch auch wenn die Vergangenheit wichtig sei, so habe man heute andere Prioritäten und wisse auch gar nicht, wo man die Brücke lagern könnte, bedauert sie.

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