Zweibrücken
Durch die Einbahnstraße bis zum Piks: Impfzentrum im City-Outlet ist einsatzbereit
„Wir sind sofort startbereit und warten eigentlich nur auf den Impfstoff. Wir haben städtisches Büropersonal für die Organisation bereitstehen, und das medizinische Personal aus Ärzten und Arzthelferinnen wartet ebenfalls auf seinen Einsatz“, sagte der Impfkoordinator Matthias Freyler am Donnerstag. Auf rund 1000 Quadratmetern wurde im Erdgeschoß des City-Outlets eine Impfstraße eingerichtet – mit Empfangsbereich, einem Raum für ärztliche Aufklärungsgespräche, zwölf Impfkabinen, einem Ruhebereich und einer kleinen Kinderspielecke. Derzeit ist in der Ruhezone auch ein geschmückter Weihnachtsbaum aufgestellt. „Es gibt ja verschiedenste Impfzentren. Von Messehallen-Charakter bis Arztpraxis-Charme. Wir wollten ein wenig Atmosphäre“, sagte Oberbürgermeister Marold Wosnitza.
Bis zu 400 Impfungen täglich
Stand jetzt können auf der eingerichteten Impfstraße täglich bis zu 400 Personen ihre Impfung gegen das Coronavirus erhalten. „Das ist hauptsächlich abhängig von der Impfstoffmenge“, sagt der ausgebildete Rettungsassistent Freyler. Der Impfstoff werde je nach Impfaufkommen vom Mainzer Hersteller Biontech geliefert. Daher können Freyler zufolge ausschließlich angemeldete Personen – die Identität wird vor Ort geprüft – gegen Covid-19 geimpft werden. Die Termine vereinbaren die Impfwilligen aus der Stadt und der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land – eine Impfung ist keine Pflicht – über eine eingerichtete Rufnummer oder über ein Online-Portal des Landes. Von dort erhält man dann zwei Termine, da der Impfstoff zweifach verabreicht werden muss. Die Rufnummer wird bekanntgegeben, sobald der Impfstoff vorhanden ist. Freyler und Wosnitza gehen derzeit von einem Start Ende Dezember aus.
Anmelden, impfen, ruhen, gehen
Nach der Anmeldung werden die Impflinge von einem Arzt in Gruppen über die Risiken der Impfung aufgeklärt. Im persönlichen Gespräch sollen Vorbelastungen, bestehende Krankheiten oder Allergien noch einmal abgeklärt werden, so Freyler. Dann geht’s in die Impfkabinen, die mit je einem Plastikstuhl, einem Edelstahl-Mülleimer und einem kleinen Regal ausgestattet sind. „Wir müssen das alles desinfizieren, deshalb haben wir uns aufs Nötigste beschränkt“, sagt Freyler. Nach dem Piks wird es erneut bürokratisch. Die Laufzettel der Geimpften werden erneut kontrolliert, um sicherzugehen, dass die angemeldete Person geimpft beziehungsweise niemand vergessen wurde. Die Geimpften selbst bleiben noch einige Minuten im Ruhebereich – unter ärztlicher Aufsicht –, ehe sie das Impfzentrum wieder verlassen. Ein Sicherheitsdienst wird die Patientenströme leiten und anfangs auch kontaktlos Fieber messen.
Weitere Helfer gesucht
Von 8 bis 22 Uhr wird das Impfzentrum geöffnet sein. In zwei Schichten sind zwei Ärzte und vier Mitarbeiter des medizinischen Fachpersonals vorgesehen, dazu kommen Mitarbeiter der Stadt, die die Patientendaten mit der landesweiten Impfdatenbank abgleichen. Nadelöhr wird laut Koordinator Matthias Freyler die ärztliche Aufklärung sein. Auf Bildschirmen will man daher schon im Wartebereich die wichtigsten Informationen bereitstellen – um Zeit zu sparen. Zu Beginn der Impfaktion sieht Wosnitza keine Personalprobleme. Dennoch hat die Stadt erneut Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Apothekenpersonal aufgerufen, sich zu melden, sofern sie im Impfzentrum mithelfen wollen.
Weitere Impfstraße im Untergeschoss
Dass Zweibrücken mit seinem Impfzentrum so früh dran ist, liegt Freyler zufolge daran, dass man mit dem City-Outlet den idealen Standort in der Hinterhand hatte. Es liege verkehrstechnisch gut (Stichworte Busbahnhof und Parkhaus), es gibt Toiletten, Strom, Wasser und eine funktionieren Lüftungsanlage. In einer Turnhalle hätte man das nachrüsten müssen. Die Kosten für die Erstinbetriebnahme liegen Freyler zufolge im mittleren fünfstelligen Bereich. Einen Großteil der Kosten trägt das Land.
Während im Erdgeschoss die Impfstraße startklar ist, soll ein Stockwerk tiefer eine zweite hergerichtet werden, sobald dort das Möbellager der Stadt geleert ist. Die zweite Impfstraße soll nur geöffnet werden, wenn sie wirklich gebraucht wird. Laut Wosnitza könnten im Gebäude insgesamt vier dieser Straßen eingerichtet werden. „Die können wir aktivieren, falls wir anderen Impfzentren aushelfen sollen“, beschrieb er den Notfallplan.