Meinung Die Zweibrücker AfD ist anders – Hoffentlich bleibt das so
Die AfD-Fraktion im Zweibrücker Stadtrat gilt als sehr gemäßigt und ist in Sitzungen nie mit fremdenfeindlichen oder demokratierzersetzenden Sprüchen aufgefallen. Im Gegenteil: Auch politische Gegner bescheinigten ihr gerade unter dem im Februar verstorbenen Fraktionssprecher Harald Benoit eine konstruktive Zusammenarbeit. Die war auch in der jüngsten Stadtratssitzung am Mittwoch deutlich zu erkennen.
Auf all das hätte der neue Fraktionssprecher Jonas Keuchel hinweisen und sich sogar glaubhaft von der Gesamt-AfD distanzieren können. Das hat er nicht getan. Mit keinem Wort. Stattdessen sieht auch er seine Partei in der Opferrolle, wirft dem Verfassungsschutz vor, er sei an Weisungen gebunden, und das Ganze sei ein politisches Manöver, weil die AfD mittlerweile zu stark geworden sei. Damit rückt er die Zweibrücker AfD näher an die Bundespartei.
Die AfD hat bei der Kommunalwahl ihre Sitze im Stadtrat verdoppelt und wurde bei der Bundestagswahl stärkste Partei in Zweibrücken. Dennoch ist sie im Stadtrat nicht radikaler geworden. Es wäre Zweibrücken zu wünschen, dass das so bleibt.
