Zweibrücken
Citymanagerin: Einkauf am Sonntag, Sport und Spektakel
„Unter anderem bin ich die Schnittstelle vom Innenstadthandel zum Fashion Outlet“, stellte sich Petra Stricker dem Zweibrücker Stadtrat vor: „Dort oben habe ich zum Beispiel Einblick in die Planung von Marketing-Aktionen.“ Zehn Jahre nach ihrem Start als Zweibrücker Citymanagerin gab die Mörsbacherin am Mittwochabend einen Bericht über ihre Tätigkeit seit 2015. „Gemeinsam handeln“, so sagte sie, sei ihr Motto. Tatsächlich habe sie es geschafft, „die zerstrittene Zweibrücker Händlergemeinschaft zusammenzuführen“ und 2016 mit den innerstädtischen Gewerbetreibenden den Verband Gemeinsamhandel aus der Taufe zu heben.
Strickers Dank an die Stadt Zweibrücken „für zehn Jahre gute Zusammenarbeit“ gab Oberbürgermeister (OB) Marold Wosnitza zurück: „Du hast viel mehr Arbeit für uns geleistet als das, für das du bezahlt wurdest.“ Die Bedenken von CDU-Sprecher Pascal Dahler angesichts des Termins für den Aktionstag „Zweibrücken gesund“ am 22. März 2026 – am Tag der OB-Wahl –, teilte Wosnitza nicht. „Ich bin sicher, dass auch die Wahlhelfer an diesem Tag noch genügend Gelegenheit bekommen, ,Zweibrücken gesund’ zu besuchen.“
Erstmals gibt’s ein „kulinarisches Weinfestival“
Stichwort Aktionstag: Solche Sonderveranstaltungen muss die Citymanagerin im Zusammenspiel mit dem Verein Gemeinsamhandel organisieren. Längst haben sich diese Ereignisse im Zweibrücker Jahreslauf etabliert. Angefangen im Frühjahr bei „Zweibrücken gesund“ mit Mitmach-Angeboten zum Thema Gesundheit über Kindertag, Saarländer-Franzosen-Tage mit Hochsprung-Wettbewerb und das Oldtimertreffen, das 2026 seine zehnte Auflage erlebt, bis zum aufwendigen Halloween-Spektakel, dem Weihnachtsbaumschmücken und dem Nikolaustreffen zum Jahresausklang.
Während andere Städte im Land nur ein- oder zweimal im Jahr einen verkaufsoffenen Sonntag auf die Beine stellen, haben sich in Zweibrücken gleich vier eingespielt. Die müssen alljährlich bei der Aufsichtsbehörde ADD angemeldet und genehmigt werden. Verkaufsoffene Sonntage 2026 sind für März geplant – zusammen mit „Zweibrücken gesund“ –, und für Mai, wenn zusätzlich zur Freiluft-Galerie „Zweibrücken kunstvoll“ ein „kulinarisches Weinfestival“ seine Premiere in der Rosenstadt erleben soll. Der Einkaufssonntag im August 2026 wird wie in den Vorjahren in die drei Saarländer-Franzosen-Tage eingebunden, und der letzte Termin ist für 29. November, den 1. Advent, geplant.
Regelmäßig werden Vereine und Verbände mit ins Boot geholt: „Ohne die Mitwirkung etwa von Jugendfeuerwehr oder Musikschule wäre zum Beispiel unser Kindertag nicht möglich“, so Stricker. „Oder ,Zweibrücken gesund’ ohne die breite Beteiligung unserer Sportvereine.“
Polizei, Manager und Rosenköniginnen
Das Erstellen des Jahresprogramms zusammen mit dem Einzelhandel ist für die Citymanagerin eine ihrer Aufgaben, die sie mit „Impulse geben, Netzwerke knüpfen, Kooperationen anstoßen und neue Mitmacher begeistern“ umschreibt. Unterstützung holt sich das Stadtmarketing bei der Industrie- und Handelskammer (IHK), wenn alljährlich die Aktion „Heimat shoppen“ ins Haus steht. Weil ein verschärftes Sicherheitskonzept mit Pollern und Durchfahrtssperren bei großen Publikumsveranstaltungen heute unverzichtbar ist, müssen diese frühzeitig bei Polizei und Ordnungsamt angemeldet und der Versicherungsschutz geregelt werden.
In Zweibrücken hat Stricker im zurückliegenden Jahrzehnt mit vier Rosenköniginnen zusammengearbeitet; überregional ist sie Teil eines Netzwerks von Citymanagern und Stadtmarketing-Leuten.
Urkunde für gute Ideen in der Corona-Zeit
„Corona war auch für uns eine Herausforderung“, musste Petra Stricker in der Pandemiezeit Projekte aus dem Boden stampfen, „die uns dabei helfen, am Leben zu bleiben“. Ergebnisse der Bemühungen waren kontaktarme Angebote wie eine Kunstausstellung in Schaufenstern und eine Krippenschau zu Weihnachten. Dies blieb der deutschen Stiftung Lebendige Stadt nicht verborgen, die die Zweibrücker Initiative, Künstlern während Corona ein Betätigungsfeld zu geben, mit einer Urkunde belohnt hat.