Zweibrücken / Contwig
Bauherr am Steitzhof: Alles im Zeitplan
Die weithin sichtbaren Staubfahnen der Muldenkipper in Bewegung zeugen von intensiver Arbeit. Noch immer werden gigantische Massen von Erde und Steinen bewegt, um das Plateau für die 51.000 Quadratmeter große Logistikhalle des US-Unternehmens Scannell Properties am Steitzhof aufzuschütten. Etwa auf halber Höhe zwischen dem tiefsten Punkt des 24.500 Quadratmeter großen Grundstücks, vom Fuß des Damms zur Autobahn bis zur 45 Meter höher liegenden Kreisstraße 84, der Verbindung zwischen Stambacher Berg/Abzweigung Walshausen und dem Flugplatz-Gelände, wird noch im Sommer die Bodenplatte gegossen. Maximal 29 Meter hoch (tatsächlich ausgenutzt werden sollen 20 Meter lichte Höhe) darf das Gebäude werden, die gesamte Dachfläche soll zur Sonnenstrom-Erzeugung über eine PV-Anlage genutzt werden.
Die Entwicklung der Logistikimmobilie in Contwig verlaufe nach Plan, erklärt Scannell-Deutschland-Chef Heiko Richter am Freitag. Die Erdarbeiten – wie berichtet war die Senke aufwendig von Weltkriegsmunition zu säubern und Reste von Westwallbunkern zu dokumentieren und abzutragen – neigten sich dem Ende zu und man könne nun bald mit den eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Erst am vergangenen Freitag, 1. Juli, war der Bebauungsplan „Areal Steitzhof und Umfeld“ veröffentlicht und damit rechtskräftig geworden. Wegen eines Formfehlers wurde im Dezember/Januar für sechs Wochen eine erneute Offenlegung der Pläne erforderlich. Am 15. Februar war der Bebauungsplan dann von der Zef-Versammlung beschlossen worden.
„Hoch attraktiv für E-Commerce-Branche“
Richter bescheinigt dem 2008 vom Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken ursprünglich für die Ansiedlung einer Schmiede der saarländischen Firma Brück angekauften Areal eine besonders gute Eignung: „Contwig ist für die Logistik- und E-Commerce-Branche ein hochattraktiver Standort“, so Richter, der sich überhaupt zum ersten Mal öffentlich zum Vorhaben äußert. Er lobte die Arbeit der Behörden in der Region als gute Form der Zusammenarbeit. Einen angepeilten Termin für die Fertigstellung des baulichen Großprojektes – 51.000 Quadratmeter entsprechen der Größe von gut acht Fußballfeldern - nannte er ebensowenig wie Kaufpreis und Investitionssumme. Alles zusammengenommen dürfte die Steitzhof-Bebauung dem US-Unternehmen aber einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten. Unter anderem ist eine finanzielle Beteiligung am Ausbau der Kreisstraße 84 zugesagt. Zufahrten werden neu eingerichtet, die Fahrbahn verbreitert und Abbiegespuren eingerichtet. Warenanlieferung und Anfahrten der Mitarbeiter zusammengenommen rechnet man laut Verkehrsgutachten mit 1100 Kraftfahrzeugen am Tag mit Ziel Steitzhof.
Das Gebiet wird als Industriegebiet ausgewiesen, ein Rund-und-die-Uhr-Betrieb des Logistikcenters ist vorgesehen.
Amazon gibt sich noch immer ahnungslos
Nach RHEINPFALZ-Informationen will Bauherr Scannell das Center noch in diesem Jahr an seinen Mieter übergeben. Dabei handelt es sich um den Online-Händler Amazon, der am Steitzhof vor allem Großgeräte, sperrige Güter, umschlagen und versenden will. Zwar gibt Scannell mit der Formulierung „hochattraktiver Standort für die E-Commerce-Branche“ einen Hinweis, öffentlich nennen darf man den Mieter Amazon aber nicht. Von einer netten Grußformel begleitet, gibt sich Amazon Deutschland auf eine Anfrage zu Details der Ansiedlung auch in dieser Woche noch ahnungslos: „Es ist nach wie vor so, dass wir zu einem solchen Standort keine Ankündigung gemacht haben.“ Bei den Projektvorstellungen im Oktober vergangenen Jahres in Stadtrat, Kreistag, den Gemeinderäten und der Zef-Versammlung war aber wiederholt von Scannell die Schaffung von rund 400 Arbeitsplätzen durch Amazon genannt worden.