Zweibrücken
Amazon, Outlet, Woolworth, Multimedia: Mutmacher für Zweibrücken
Angelika Glöckner (SPD) sitzt als Südwestpfälzerin im Deutschen Bundestag. Im Berliner Parlament ist die Lembergerin Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen. Auf die Zunahme von Leerständen in der Zweibrücker Geschäftswelt angesprochen, stellt die Abgeordnete fest, dass nicht nur in der Rosenstadt, sondern überall in Deutschland immer mehr Läden geschlossen würden. Diese Entwicklung beobachte sie sogar in den großen Einkaufsgalerien in Berlin.
Zweibrücken, sagt Glöckner, habe mit Petra Stricker eine City-Managerin, die „wirklich einen Super-Job macht und jede Möglichkeit nutzt, um die Innenstadt zu beleben“. Sehr erfolgreich arbeite Stricker mit dem Einzelhändlerverein Gemeinsamhandel zusammen, um zugkräftige Rahmenprogramme für die verkaufsoffenen Sonntage und publikumswirksame Sonderveranstaltungen in der Fußgängerzone auf die Beine zu stellen. Glöckner lobt Förderprogramme, die die Stadt aufgelegt hat – wie das Angebot an Gastwirte, auf Gebühren für die Außengastronomie zu verzichten.
Mediabrücke als zukunftsweisendes Angebot
Ein „zukunftsweisendes Projekt“ sei das neue Multimedia-Zentrum Mediabrücke an der Ecke Haupt-/Mühlstraße. „Die Lage mitten in der Fußgängerzone ist genial. Das kann dazu beitragen, dass die Fußgängerzone belebt wird. Zum Beispiel, indem Schulklassen dort hingehen.“
Um der Verödung entgegenzuwirken, fordert Angelika Glöckner ganz allgemein, die deutschen Innenstädte „klimafest“ zu machen. „Wir brauchen weniger Beton und mehr schattenspendende Bäume, damit die Fußgängerzonen sich im Sommer weniger aufheizen und für die Bevölkerung wieder mehr zum Verweilen einladen.“
Amazon und Woolworth siedeln sich an
Mit Blick auf den anhaltenden Trend zum Online-Einkauf, der den Innenstadthandel belastet, gibt Angelika Glöckner zu bedenken, dass sich der Versand-Multi Amazon aktuell in der großen Logistikhalle auf dem Zweibrücker Steitzhof ansiedelt und Arbeitsplätze schafft. „Auch dieses Thema muss man also von zwei Seiten betrachten.“
Die Abgeordnete begrüßt den Einzug eines Kaufhauses der Kette Woolworth ins ehemalige City-Outlet am Zentralen Busbahnhof (ZOB). „Wir brauchen einen Ankermieter als Anlaufstelle, die regelmäßig die Leute in die Innenstadt zieht. Davon profitieren dann auch die umgebenden Geschäfte und die Gastronomie.“ Zwar hätte Glöckner das City-Outlet auch als Standort für die geplante Mediothek „richtig toll gefunden. Aber lasst uns doch mal schauen, wie sich das Mediothek-Projekt jetzt in der Karlskirche entwickelt. Die ist doch auch eine hervorragende Liegenschaft – und so weit von der Hauptstraße ist sie auch nicht entfernt.“
Was Glöckner zum Outlet und zu Videoüberwachung sagt
Und das Zweibrücker Fashion Outlet? „Das hatte ich noch nie abgelehnt“, stellt die Lembergerin klar. „Das ist ein wichtiger Player.“ Die geplante Erweiterung der Verkaufsfläche von heute 21.000 auf künftig 29.500 Quadratmeter sei ein nachvollziehbarer Schritt. „Damit folgt das Outlet einem Bedarf. Da wird ein Trend gesetzt und der wird angenommen. Wer weiß, ob man dort oben am Flugplatz nicht früher oder später einen weiteren großen Leerstand riskiert hätte, wenn jetzt die Erweiterung nicht käme?“ Die Gretchenfrage sei weiterhin, wie der Zweibrücker Stadtkern und die Kommunen in der Umgebung künftig mehr an der Strahlkraft des Fashion Outlets teilhaben können.
Ein wichtiger Faktor zum Wohlfühlen in der Innenstadt sei das subjektive Sicherheitsempfinden. Hier könnte laut Angelika Glöckner der maßvolle Einsatz von Videoüberwachung an neuralgischen Punkten wie etwa dem ZOB einen Beitrag leisten. „Darauf sollte man aber nur so viel zurückgreifen wie wirklich nötig. Eine allumfassende Überwachung können wir uns nicht wünschen. Der Datenschutz muss gewahrt bleiben.“