Zweibrücken
Am Fashion Outlet kämpfen junge Leute gegen virtuelle Zombies (mit Video)
Seit Oktober 2018 betreibt Antonio Cipolla nahe beim Zweibrücker Fashion Outlet seine Indoor-Rennstrecke Karthaus. Seit einigen Tagen bietet er den Gästen In diesem Gebäude noch eine weitere Attraktion: Auf einer balkonartigen Ebene oberhalb der Kart-Rennbahn hat der Unternehmer einen Tummelplatz für virtuelle Abenteuer-, Strategie- und Actionspiele eingerichtet.
Eigentlich ist hier auf zehn mal 14 Metern nur eine leere graue Grundfläche zu sehen. Doch kaum hat man eine VR-Brille aufgesetzt, findet man sich unversehens in einer bunten Fantasie-Umgebung wieder. Die VR-Brille vor den Augen, zwei Joystick-Regler in den Händen, bewegen sich die Spieler durch künstliche Universen. Durch Szenarien vom alten Rom über mittelalterliche Burgen bis hin zu Wäldern, Städten und Endzeit-Landschaften à la Mad Max.
Je nach Altersstufe und persönlichen Vorlieben gilt es in verwinkelten englischen Landschlössern den Ausgang zu suchen, durch Horrorhäuser zu irren, ein Bad im Haifischbecken zu überleben oder sich schwerbewaffnet durch ein angreifendes Rudel blutrünstiger Zombies zu ballern. Kinder, aber auch zarter besaitete Erwachsene haben hingegen ihren Spaß an lustigen Partyspielen wie Tanzwettbewerb, Bogenschießen, „Fische fangen im Team“, Diamanten-Kerker, Piraten-Tennis oder „Rettet die Pinguine“ .
Spiele für verschiedene Altersstufen
„Spielen kann man in Zweier- bis Viererteams, gegeneinander oder zusammen als Gruppe“, erklärt der Inhaber. „Je mehr Leute beteiligt sind, desto mehr Spaß macht’s.“ Klar, dass eine ganze Mannschaft aus viel mehr Rohren gleichzeitig feuern kann als ein Einzelspieler, wenn es etwa darum geht, sich den Großangriff der Zombies vom Leib zu halten. „Selbstverständlich kontrollieren wir vor Spielbeginn, ob alle Teilnehmer das geforderte Mindestalter haben“, betont Cipolla, dass für Jüngere nur die harmloseren Partyspiele zugänglich sind. Je nach Inhalt der virtuellen Welten gelten Altersgrenzen ab acht, 14 und 16 Jahren.
Vor Jahren hatte Antonio Cipolla mal darüber nachgedacht, die Empore mit Billardtischen zu bestücken. „Aber die nehmen viel Platz weg, und dann könnten wir die Fläche nicht mehr tageweise für Firmenpräsentationen oder Gruppenveranstaltungen vermieten. Dagegen war es für die VR-Spiele völlig ausreichend, am Boden ein paar Linien und Zahlen aufzumalen. Bei Bedarf können wir die Empore schnell mal für andere Nutzungen frei machen.“ Cipolla erzählt, dass er auf einer Messe in Amsterdam auf das virtuelle Freizeitvergnügen aufmerksam geworden sei. „Das hat mich sofort überzeugt. Die VR-Arena ist etwas Modernes, Innovatives. Genau so was hatten wir gesucht.“
Warten auf die Paintball-Anlage
Auf der VR-Bodenfläche im Karthaus ist Platz für vier Spielfelder, auf denen jeweils ein bis zwei Akteure in animierte Welten vordringen können. Insgesamt kann die VR-Arena also bis zu acht Spieler gleichzeitig aufnehmen. Die Spielzeit beträgt etwa eine Dreiviertelstunde; zusammen mit der 15-minütigen Einweisungs- und Vorbereitungsphase dauert eine Runde VR-Arena also eine Stunde.
Schon seit Ende 2023 bemüht sich Antonio Cipolla, auf einem 6000 Quadratmeter großen Grundstück neben dem Karthaus ein Freiluft-Wettkampfgelände für Paintball-Hobbyschützen errichten zu dürfen. „Im Frühjahr 2024 haben wir den fertigen Bauantrag im Zweibrücker Bauamt eingereicht – mit kompletter Beschreibung des Konzepts“, berichtet der Unternehmer. Zwischenzeitlich habe er einige Rückfragen der Behörde beantworten müssen. „Aber auf die Baugenehmigung warten wir immer noch. Ich hätte gedacht, das geht schneller“, vermag Cipolla nicht abzuschätzen, ob es in diesem Jahr mit der Paintball-Anlage noch etwas wird. Geplant sind mehrere Spielfelder für Paintball-Teams, die sich gegenseitig mit Farbspritzern beschießen. Antonio Cipolla schweben unterschiedlich gestaltete Parcours vor: einer mit aufblasbaren Wänden und andere mit Autowracks, Reifenstapeln oder Holzpalisaden, hinter die sich die Schützen ducken können.