Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Karthalle: 50 000 Besucher

Karthaus-Mitarbeiter Lukas Brödel (knieend) weist die Unternehmer vor einer Proberunde ein.  Foto: Claus-Peter Schmidt
Karthaus-Mitarbeiter Lukas Brödel (knieend) weist die Unternehmer vor einer Proberunde ein.

Zehn Monate nach der Eröffnung der Hallen-Kartbahn am Outlet kann man sagen: Das 2,5 Millionen-Euro-Projekt gibt der Zweibrücker Freizeitwirtschaft neuen Schub. Betreiber Antonio Cipolla zeigte sich am Dienstag vor Unternehmerkollegen zufrieden. Mit 50 000 Gästen insgesamt, darunter 12 000 registrierten quasi Dauer-Kartfahrer, habe man die selbstgesetzten Ziele erreicht.

Vier Vollzeit-Arbeitsplätze und ein halbes Dutzend weiterer Jobs hat Cipolla mit der Eröffnung des Karthauses im Oktober vergangenen Jahres geschaffen. „Das war schon ein Risiko, ich bin ja kein Investor, sondern war vor dem Wechsel in die Selbstständigkeit ein ganz normaler Angestellter, der für seinen Traum gekämpft hat“, erinnerte der 44-Jährige vor 40 Gästen der Tischrunde der Industrie- und Handelskammer, darunter Oberbürgermeister Marold Wosnitza, an die Ursprünge seines „Start-ups“. Der Projektleiter im Messebau kämpfte vier, fünf Jahre bis zur Eröffnung um Grundstück und Finanzierung, musste auch Kompromisse eingehen. Zwischenfazit nach zehn Monaten: Die Kunden, der Markt, bestätigen Cipolla. „Wir ziehen Besucher aus dem ganzen Saarland, bis Merzig, großen Teilen der Pfalz und aus Frankreich an. Ich schätze, dass mindestens 15 Prozent unserer Kunden aus Frankreich kommen.“ Das erste Jahr werde man einen Umsatz in Höhe eines „hohen sechsstelligen Betrags“ erzielen.

Outlet – Karthalle – Outlet

Die direkte Nachbarschaft zum Outlet nutze der Kartbahn, die innovativ nur auf Elektro-Flitzer und Ökostrom setzt. Die Annahme im Businessplan Cipollas ging auf, die Beobachtungen weichen allerdings von seinen Vorstellungen ab. „Ich dachte, dass sich vom Einkauf gelangweilte Männer und Söhne bei uns bis zur Heimfahrt eine Runde Zeit vertreiben. Tatsächlich ist es so, dass die Frauen ihre Männer und Kinder begleiten, es dann aber noch mal zurück ins Outlet geht“, erzählt Antonio Cipolla schmunzelnd. Wegen der – im Vergleich zu Bahnen mit Verbrennerkarts – sauberen, angenehmen Atmosphäre kämen auch Paare mit kleinen Kindern. Deshalb wurde nachträglich ein Wickelraum eingebaut.

Am Konzept des Angebots für Firmen- und Privatveranstaltungen mit Erlebnischarakter wird weiter gearbeitet. Den Biergarten an der Halle will der Freizeitunternehmer ausbauen, ab Herbst eine eigene Küche im Karthaus betreiben. Das an sieben Tagen die Woche geöffnete Karthaus soll eine Adresse auch für Nicht-Kartsportler werden. Firmen nutzten es zum Jahresabschluss schon rege.

Dass auf dem Konversionsgelände die Freizeitwirtschaft mit Eis-, Kart-, Kletterhalle und anderem Fuß gefasst hat, das Areal auch an Wochenenden viel besucht ist, sei noch wenig bekannt. Antonio Cipolla warb vor der Tischrunde dafür, die Angebote im Kontext des Regionalmarketings sichtbarer zu machen, etwa als Betreiber von Freizeiteinrichtungen gemeinsam aufzutreten. Der aus Saarbrücken stammende Unternehmer ist überzeugt: „Zweibrücken, die Region, verkauft seine tollen Angebote zu schlecht. Die Zurückhaltung ist unbegründet.“

Mehr zum Thema
x