Speyer
Stoffhaus-Explosion: Wer kommt für den Schaden auf?
Die Stadt Speyer ist davon überzeugt, das von der Explosion im vergangenen August schwer gezeichnete ehemalige „Stoffhaus“ in der Wormser Straße bis Ende des Jahres fit zu machen. Die Kosmetikmanufaktur Shaoyun sollte dort eigentlich bereits Ende 2022 einziehen. 340.000 Euro Schaden sind laut Stadtsprecherin Annika Siebert aufgrund des Unglücks entstanden. Dazu würden Ausgaben für Heizung, Lüftung und Sanitär kommen, die sich „aber in überschaubarem Rahmen“ halten sollen.
Auch wenn es von außen nicht so wirkt, nach Angaben der Stadt sollen die Renovierungsarbeiten bereits begonnen haben. „So wurden die Deckenfüllungen über dem Erdgeschoss abgebrochen, um weitere Untersuchungen eventueller Schäden durchführen zu können“, informiert Siebert. Im März seien demnach Sicherungsmaßnahmen sowie Dachdecker-Arbeiten im Gange gewesen. Zudem werde die Statik für die Kellerdecken erstellt. Nur wenn diese standfest seien, können andere Gewerke in das Gebäude. Die Stadt rechnet damit, dass der Wiederaufbau im April starten und der vorgesehene Zeitplan eingehalten werden kann.
In die Renovierungsarbeiten sind laut Annika Siebert 20 verschiedene Gewerke eingebunden. Die Firma, die zum Zeitpunkt der Explosion mit Abbrucharbeiten im Gebäude beschäftigt war, werde für die anstehenden Maßnahmen nicht mehr beauftragt. Laut Siebert seien deren Arbeiten im Haus abgeschlossen. Zwei Mitarbeiter hatten sich teils schwer verletzt, als das Haus im August durch die Wucht einer Explosion schwere Schäden davon getragen hatte. Einer ersten Stellungnahme des Gutachters zufolge, ist ein mit Gas gefülltes Rohr, das mit einem Winkelschleifer angeschnitten wurde, ursächlich für die daraufhin erfolgte Explosion.
Wer zahlt für die Schäden?
Wer letztlich für den entstandenen Schaden aufkommt, ist noch offen. „Die Stadt hat unmittelbar nach der Explosion den Schaden an ihre Gebäudeversicherung gemeldet“, teilt Siebert mit. Würde sich herausstellen, dass die von der Stadt beauftragte Firma, deren Mitarbeiter zum Zeitpunkt der Explosion im Gebäude waren, Schuld an dem Unglück ist, prüfe die Gebäudeversicherung, ob und inwieweit die Firma in Regress zu nehmen sei, so Siebert.
Einen wirtschaftlichen Schaden aufgrund von Produktionsausfällen infolge des späteren Einzugtermins hat die Kosmetik-Manufaktur Shaoyun, künftig Mieter des Gebäudes, bei der Stadt angegeben. Diesen habe die Stadt an ihre Versicherung weitergeleitet. Ob Shaoyun auf diesem Wege entschädigt wird, ist aber fraglich, da „nicht gesichert ist, dass dieser Schaden über die Gebäudeversicherung abgedeckt ist“. Stadtsprecherin Siebert verweist darauf, dass Gewerbetreibende für solche Fälle besser eine Ertragsausfallversicherung abschließen sollten.
Sämtliche Schäden könnten hingegen auch beim Schädiger oder dessen Versicherung geltend gemacht werden, sobald geklärt sei, wer den Schaden verursacht hat. Die Stadt werde hierfür die abschließenden Ermittlungsergebnisse abwarten.
