Speyer
St. Otto: Bauvorhaben auf dem Prüfstand
Auf 19 Millionen Euro kalkuliert Gewo-Chef Oliver Hanneder den Neubau von 42 Geschosswohnungen in drei neuen Häusern südlich von St. Otto. Das frühere Gemeindezentrum samt Kita soll dafür im ersten Quartal 2023 abgerissen werden, der Neubau im Anschluss beginnen und Ende 2024 abgeschlossen werden. Der Aufsichtsrat der Gewo habe alles genehmigt, betonte OB Stefanie Seiler. Das Projekt sei im Juli wegen „horrender Kostensteigerungen“ im Bausektor nochmals auf den Prüfstand gestellt worden. Hanneder bezeichnete es als „wirtschaftlich kompliziert“: „Wir können es uns nicht leisten, auf ein Vollgeschoss zu verzichten.“ Quadratmeter-Mieten von 7,70 bis 9,90 Euro seien schon beschlossen und für den Investor „schwer zu stemmen“.
Die Verantwortlichen waren am Donnerstagabend im Stadtrat in Rechtfertigungsdruck geraten, weil Kritiker die Bebauung als zu massiv und das verbleibende Grün als zu wenig empfanden. „Wir betonieren eine der letzten Grüninseln komplett zu“, sagte etwa Volker Ziesling (Grüne). Er sieht zwölf geschützte Bäume in Gefahr. Luzian Czerny (Grüne) forderte eine weitere Planungsrunde im städtischen Gestaltungsbeirat. Aurel Popescu (Linke) sah gerade bei der Begrünung „sehr viel Verbesserungs- und Optimierungspotenzial“. Zu dem Projekt an sich und der Architektur des Speyerer Büros ADS gab es positive Stimmen aus mehreren Fraktionen.
Fassadenbegrünung denkbar
Seiler, Hanneder sowie Fachbereichsleiter Robin Nolasco versuchten die Kritikpunkte zu entkräften: Der Gewo-Aufsichtsrat habe als zuständiges Gremium votiert, das Projekt sei gesetzt. Es sei eine angesichts der Wohnungsnot dringend notwendige Nachverdichtung. Die drei Häuser seien mit vier Obergeschossen und zehn bis 14 Metern Abstand untereinander zwar „voluminös“, aber von mindestens ebenso hohen Gebäuden umgeben. Sie hätten grüne Zwischenzonen und werteten öffentliche Freiräume auf. Hanneder will die Flachdächer für Photovoltaik, Solarthermie und „ein bisschen Grünfläche, wenn wir noch Platz haben“, nutzen. Auch die geforderte zusätzliche Fassadenbegrünung hält er für denkbar: „Mal gucken.“ Die Freiflächen- und Grünanlagenplanung stehe aus.

