Kommentar Stadt muss ein gutes Vorbild sein
Grünfläche – Gewerbe – Wohnen. In diesem Dreieck bewegten sich oft die Zielkonflikte für sie als Baudezernentin, betont Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD). Die Stadt müsse Prioritäten setzen und könne dann bei St. Otto eben für den Neubau von 42 Wohnungen nicht alle Bäume erhalten. Das ist hier wohl die richtige Abwägung. Hoffentlich trifft man im Rathaus solche Entscheide künftig auch mit Augenmaß, wenn Privatleute Baumfällungen beantragen – wozu sie die neue Baumschutzsatzung anweist.
Es wäre ein wichtiges Zeichen, dass die Stadt nicht für Bürger Hürden errichtet, diese selbst jedoch umgeht. Beim St.-Otto-Projekt war sie in dieser Hinsicht nämlich schlechtes Vorbild: Größere Bauprojekte sind eigentlich dem Gestaltungsbeirat vorzulegen, der mit Änderungsbitten Investoren schon Probleme bereitet hat. Über St. Otto hat die Stadt dieses Gremium indes nicht öffentlich befinden lassen – und somit eigene Regeln gebrochen.
