Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Open-Air-Kino: Keine Alternative für 2025, aber Pläne für 2026

Bei gutem Wetter eine schöne Sache: Filmfestival im Domgarten.
Bei gutem Wetter eine schöne Sache: Filmfestival im Domgarten.

Viele Kulturfreunde bedauerten, dass das Open-Air-Festival „Filmfrühling“ Speyer verlassen hat. Die Stadt hat daraufhin über Alternativen nachgedacht. Was ist daraus geworden?

2023 und 2024 nutzte die vom Ludwigshafener Filmfestival bekannte Familie Kötz den Domgarten, um ein zweiwöchiges Open-Air-Kino anzubieten. Es war von Wetterkapriolen beeinträchtigt, aber insgesamt erfolgreich. Für 2025 begründeten die Veranstalter die Absage mit zu hohen städtischen Gebühren und kritisierten die kommunale Kulturpolitik. Sie wichen nach Bad Dürkheim und Ludwigshafen aus und zeigten sich danach zumindest mit dem Zuspruch in der Kurstadt zufrieden.

In Speyer musste sich die Stadtspitze wegen der Entscheidung kritischen Fragen stellen, verwies aber darauf, dass auf der anderen Seite die Kompromissbereitschaft gefehlt habe. Kulturdezernentin Monika Kabs (CDU) deutete an, dass es Alternativen zu dem Festival geben könnte, möglicherweise mit einem heimischen Veranstalter wie dem Verein Filmklappe und heimischem Caterer: „Wir sind offen dafür und schauen, was möglich ist.“

Kapazitäten fehlen

Noch gibt es dazu keine Lösung, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Sprecherin Janine Friedmann: „Für das Jahr 2025 ist seitens der Stadt Speyer derzeit keine Durchführung eines Open-Air-Festivals mit Filmbezug vorgesehen. Unter anderem standen hierfür nicht ausreichend personelle Kapazitäten zur Verfügung.“ Die Verwaltung führe jedoch weiterhin Gespräche mit möglichen Veranstaltern für eine entsprechende Veranstaltung „gegebenenfalls im kommenden Jahr“.

Mit der von Kabs genannten, auf ehrenamtlicher Basis als Verein agierenden „Filmklappe“ sei dabei noch nicht gesprochen worden, so deren Vorsitzender Hans-Jürgen Huber auf Anfrage. Der Verein könne zwar kein Festival in der Größenordnung wie im Domgarten auf die Beine stellen, sei aber „interessiert daran, wieder Open-Air-Kino zu machen“.

Eine zweite Absage

Derzeit nutzt die Gruppe von Film- und Kinofans für ihre Vorführungen, die sich von rein kommerziellen Kinos abheben sollen, den Alten Stadtsaal. In den vergangenen Jahren hat sie aber auch schon – meist zweitägige – Open-Air-Spielzeiten im Rathaus-Innenhof absolviert. Ausgerechnet in diesem Jahr habe man darauf jedoch verzichten müssen, so Huber. Auch hier laufe die Suche nach Alternativen. Eine Idee sei der Industriehof. Zudem sei die Anschaffung eines neuen Beamers geplant, um bei der Standortwahl flexibler zu sein.

Im Rathaus-Innenhof hatte die „Filmklappe“ stets mit dem Wirt des „Ratskellers“ kooperiert und dessen Freisitz samt Bestuhlung nutzen dürfen, wenn er im Sommer Betriebsferien hatte. In diesem Jahr habe er jedoch die Freisitz-Saison nicht unterbrochen, weil sie wegen des Gerüsts für die Rathaus-Sanierung ohnehin verkürzt war. „Deshalb haben wir gezwungenermaßen eine Absage erhalten“, erklärt Huber. Darauf seien Ehrenamtlichen aber nicht vorbereitet gewesen. Sie hätten nicht rechtzeitig eine Alternative planen können.

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