Speyer
Messerangriff: Tatverdächtigem droht Abschiebung
Der beschuldigte 27-Jährige soll sich laut der Jugendlichen eine intime Beziehung zu seinem 16-jährigen Opfer gewünscht haben. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Frankenthal auf RHEINPFALZ-Anfrage. Demnach soll sie den Wunsch zurückgewiesen haben, woraufhin der im Rhein-Pfalz-Kreis gemeldete Mann die Tat begangen haben soll. Sowohl die 36-Jährige als auch ihre Tochter haben Verletzungen im Bereich des Oberkörpers erlitten. Die Mutter hatte zwischenzeitlich in Lebensgefahr geschwebt und musste notoperiert werden. Für die Tat sei ein Klappmesser verwendet worden, das zum Inventar der Wohnung gehört habe.
„Täter und Opfer kannten sich nach Angaben des 16-jährigen Opfers bereits seit etwa einem Jahr und waren befreundet“, teilt die Staatsanwaltschaft weiter mit. Wie der 27-Jährige die Jugendliche kennengelernt hat, ist den Ermittlern laut der Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt. Am Tag der Tat sei er als Gast in der Wohnung gewesen.
Der Tatverdächtige ist am Freitag in Römerberg festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Bislang habe er zu den Vorwürfen geschwiegen. Gegen ihn wird wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Kommt es zu einer Verurteilung wegen versuchten Mordes, beträge das Mindestmaß eine Freiheitsstrafe von drei Jahren.
Asylantrag 2017 abgelehnt
Seit wann der 27-Jährige, der Afghane ist, in Deutschland lebt, sei derzeit noch unbekannt. Ein 2016 von ihm gestellter Asylantrag sei im Dezember 2017 abgelehnt worden. Seitdem hat der Mann einen Duldungsstatus, wurde bisher aber nicht abgeschoben. Sein theoretisch verlängerbarer Duldungsstatus läuft laut Staatsanwaltschaft in diesem Dezember aus. Fraglich ist, ob dieser Status im Falle einer Verurteilung verlängert wird.
Dass in Deutschland geduldete Personen nicht sofort abgeschoben werden, kommt immer wieder vor. „Das hängt von individuellen Faktoren ab. Bei manchen dauert es mehrere Monate, es kommt aber durchaus vor, dass es auch Jahre dauern kann“, informiert Stadtsprecherin Lisa Eschenbach über Erfahrungen der Speyerer Ausländerbehörde.
Dass der Tatverdächtige selbst im Falle einer Verurteilung abgeschoben wird, erscheint derzeit unwahrscheinlich. Medienberichten zufolge sind Abschiebungen in dessen Heimatland Afghanistan derzeit ausgesetzt.