Speyer
Johanneshof: Das ist noch zu tun bis zur Eröffnung
Seit Freitag hängt das Schild. Die Weinlounge-Plakette an der historischen Hofmauer in der Tränkgasse ist weg, jetzt sind zwei Hinweise auf den Johanneshof angeschraubt, der am Sonntag, 1. Dezember, erstmals seine Pforten öffnet. „So soll’s schmecken“, steht unter dem Firmennamen. Michael Wickenheißer, Juniorchef des Hockenheimer Betriebs, und sein Vater Volker sind für die Arbeiten in Speyer. Anfang des Monats haben die „Neuen“ die Immobilie übernommen – und geben zu, dass sie gerne schon weiter wären: Nicht alle neuen Möbel, Regale und Kühlschränke würden so schnell geliefert wie erhofft, sagen Wickenheißer und Johanneshof-Inhaber Harald Schlumpp. Dennoch sei die Eröffnung nicht gefährdet.
Der Johanneshof ist bereits mit einem Hofladen samt Gartenwirtschaft in der Hockenheimer Seewaldsiedlung und mit einem Stadtladen im Zentrum der badischen Stadt vertreten. Weil am Hauptstandort Winterpause ist, sind zum Beispiel Kühlschränke frei, die übergangsweise in der Domstadt zum Einsatz kommen könnten, falls die Lieferung der Neuware zu lange dauert. „In den nächsten Tagen wird sich viel tun, danach wird unsere Handschrift schon erkennbar sein“, berichtet Wickenheißer. Von der ehemaligen Weinlounge – die Ende September geschlossen wurde und im November am neuen Standort in Neustadt-Haardt wiedereröffnet hat – bleiben die große Theke und Sitzbänke im Berzelhof erhalten. Neue Tische seien bestellt. 100.000 Euro investiere der Johanneshof.
„Ball flach halten“
Die Gastronomie soll den Standort in Zukunft nicht dominieren, unterstreicht Schlumpp. „Wir wollen kulinarisch den Ball flach halten.“ Angeboten würden etwa Flammkuchen, Quiches, Vesperteller und Suppen. Größere Erwartungen gibt es hingegen an das Kaffee-und-Kuchen-Geschäft, für das sich vier Konditorenmeisterinnen ins Zeug legen. Sie backen für alle Johanneshof-Standorte. Vier weitere Mitarbeiter werden fest dem Berzelhof zugeordnet, kündigt Wickenheißer an. Insgesamt hat die GbR mehr als 40 Angestellte. Die Regale und Kühlschränke für den Verkauf der Hofladen-Produkte würden überwiegend im Nebenraum aufgestellt. Geöffnet ist im Winterhalbjahr von November bis März von 9 bis 22 Uhr. Montag und Dienstag sind Ruhetage. Ab April werde täglich geöffnet sein. Bei den Details werde geschaut, „was die Leute wollen“. Angekündigt wurde auch ein Augenmerk auf Lärmschutz, um Rücksicht auf Nachbarn zu nehmen. Zu diesem Zweck hat die Eigentümer- und Vermieterseite in den vergangenen Tagen auch zusätzliches Grün zu einem angrenzenden Anwesen hin installiert. Außerdem hat sie die Außenmauer ausgebessert.
Der Berzelhof ist ein historisches Areal am Rand der Speyerer Innenstadt, das einst landwirtschaftlicher Betrieb und Flohmarkt-Sitz war, bevor 2015 ein Blumenladen einzog und später durch eine Weinlounge ersetzt wurde. Diese beiden Betriebe sind 2024 binnen weniger Monate ausgezogen. Die Stadt hatte die Immobilie zwischenzeitlich verkauft. Starke Eingriffe sind wegen des Denkmalschutzes nicht zulässig. Der Johanneshof kündigt an, bald auch durch eine große Flagge auf sich aufmerksam zu machen. Am Eröffnungstag mit Aktionen erwartet er eine große Resonanz.