Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Hoffnung nach Vogelgrippe: Falknerei in Speyer startet mit öffentlichem Flugtraining

Ein beliebter Bewohner der Falknerei: Schleiereule Olaf.
Ein beliebter Bewohner der Falknerei: Schleiereule Olaf.

Motivierte Greifvögel, sauberes Gelände: Die Falknerei Birds of Prey öffnet nach einem Arbeitseinsatz wieder ihre Türen und lädt zum öffentlichen Flugtraining ein.

„Wir merken, dass die Vögel unheimlich motiviert sind zu fliegen und wieder mit uns zu arbeiten“, sagt Courtney Iwersen. Sie betreibt seit mittlerweile fünf Jahren mit ihrem Mann Thorsten eine Falknerei – erst in Waldsee und seit rund zwei Jahren auf einem rund 4600 großen Gelände im Spitzenrheinhof im Norden von Speyer. Am vergangenen Wochenende fanden sich dort knapp 20 Freiwillige zum Arbeitseinsatz ein. Die Falknerei sei noch nicht fertig, sagt Iwersen. Ihren Angaben zufolge sollen noch feste Bänke im Zuschauerbereich installiert werden, ebenso soll es einen neuen Schildkrötenauslauf geben, und der Teich sei auch noch nicht ganz fertig. Das Helfer-Team, darunter allein 14 Männer von der „Bartfront“ aus dem hessischen Dieburg, packte kräftig an und brachte das Gelände den ganzen Samstag über auf Vordermann.

Arbeitseinsatz Ende Februar: mit dabei die "Bartfront".
Arbeitseinsatz Ende Februar: mit dabei die »Bartfront«.

Ohne finanzielle Unterstützung hätte Falknerei nicht überlebt

Im März bietet die Falknerei an drei Samstagen öffentliches Flugtraining an. „Die Besucher können sehen, wie wir die Vögel auf die Saison vorbereiten“, sagt Iwersen. Auf dem Gelände leben Eulen, Habichte, Adler, Bussarde und Käuze. Bis Mitte Januar durften sie die Volieren nicht verlassen. Grund war die Vogelgrippe, die eine sogenannte Aufstallungspflicht vorschrieb. Diese Vorschrift sei mittlerweile aufgehoben. Dennoch gelten weiter strenge Hygienevorschriften. Der Besitzerin zufolge dürfen die Volieren nur mit Schutzfolien an den Schuhen betreten werden, außerdem müssten die Geräte intensiv gereinigt werden. Iwersen hofft, dass die Vogelgrippe gebannt ist. In Haßloch wurde jüngst ein Fall in einem Vogelpark bekannt. Daher bangen die Falknerei-Besitzer etwas und hoffen, dass sich die Situation nicht wieder verschärft. „Wir konnten nichts machen“, blickt Iwersen zurück. Nach ihren Angaben überlebte die Falknerei nur dank der vier „starken Partner“, zu denen der Handballverein „Eulen“ aus Ludwigshafen und dessen Eulen-Club 100 sowie das Behler Haisl bei Böhl-Iggelheim und die Jagdschutzgruppe Pfalz zählen. „Die Unterstützung war toll. Ohne sie gäbe es uns heute nicht mehr“, sagt Iwersen.

Bringen das Gelände auf Vordermann: freiwillige Helfer.
Bringen das Gelände auf Vordermann: freiwillige Helfer.

Die Falknerei habe sich mittlerweile im Spitzenrheinhof etabliert, werde vor allem von Schulen, Kitas und Ferienbetreuungen besucht. Auch viele Privatleute nutzten Angebote wie die Eulenspaziergänge ab dem Behler Haisl oder die Mitmachmöglichkeit „Ein Tag als Falkner“. Wenn im März nun wieder Gäste auf das Gelände kommen und ab Ostern die Saison startet, freuten sich auch die Greifvögel wieder über Zuschauer, die über die Flugkünste der Tiere staunen.

Termine & Kontakt

Öffentliches Flugtraining an den Samstagen 14. März, 21. März und 28. März, jeweils ab 15 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Spende ist erwünscht. Mehr Informationen und weitere Angebote im Internet unter www.falknerei-birds-of-prey.de/

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