Speyer
Friedhof: Bestattungszeiten sollen ausgeweitet werden
Mit ihrem gemeinsamen Konzept wollen CDU, SPD und Die Linke den Betrieb des Friedhofs auch künftig wirtschaftlich absichern. „Das Konzept ist professionell und wird der Grundidee gerecht, dass der Tod zum Leben gehört“, lobte Ausschussvorsitzende Irmgard Münch-Weinmann (Bündnis 90/Die Grünen). Neben klassischen Erd- und Urnenbestattungen können nun auch alternative Formen wie Flussbestattungen, das Verstreuen der Asche von Verstorbenen oder deren private Aufbewahrung gewählt werden. Gleichzeitig solle der Friedhof, so der übereinstimmende Wunsch der drei Fraktionen, als Stätte der Trauer, Erinnerung, Begegnung und Naturerfahrung erhalten werden. Diesem Ziel schloss sich auch der Leiter der städtischen Friedhofsverwaltung, Andy Englert, an. Er machte aber zugleich tarifrechtliche Bedingungen geltend, sollten die Öffnungszeiten des Friedhofs erweitert und die Termine für Bestattungen auf Samstage ausgedehnt werden.
Laut Englert sind bei Erdbestattungen bis zu neun Personen im Einsatz. Das Friedhofsbüro vergebe bereits Termine außerhalb der regulären Zeiten. Gegenwärtig arbeiteten dort eine Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte, eine weitere Vollzeitkraft sei gesundheitsbedingt ausgefallen, berichtete Englert im Ausschuss. 85 Prozent der Trauerfeiern fänden in der Trauerhalle statt. Zum Vorschlag Sylvia Holzhäusers (CDU), Samstagsbestattungen an private Unternehmen zu vergeben, äußerte sich Tobias Göck von der Speyerer Trauerhilfe skeptisch: „Die Betriebe sind generell offen dafür, dennoch sind der personelle und zeitliche Aufwand erheblich“, erläutert Göck.
„Investition in die Zukunft“
Unterdessen plädierte Aurel Popescu (Linke) für eine Prüfung der Ausweitung der Bestattungszeiten. „Es muss ja nicht jeden Samstag sein“, sagte er. Eine Ausweitung wäre eine „Investition in die Zukunft“. Dabei komme es darauf an, die Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit des Friedhofs zu erhalten. Während Petra Moser (Grüne) die im Konzept formulierten Vorschläge für eine „ökologische und klimafreundliche Gestaltung des größten Parks in Speyer“ würdigte, hielt Claus Ableiter (FWS) eine Ausweitung der Bestattungszeiten auf Samstage auch aus wirtschaftlicher Sicht für unabdingbar: „Nur so können wir den Umsatz halten.“ Martina Queisser (SPD) unterstützte die Forderung, die Nutzung der Trauerhalle für Angehörige unterschiedlicher Religionen durch gestalterische Maßnahmen zu ermöglichen.
Eine Kontroverse löste im Ausschuss die Vorlage einer neuen städtischen Friedhofssatzung aus. Darin wird der Friedhof in seinen vielfältigen Funktionen – als Bestattungsort, aber auch als Aufenthaltsort für Spaziergänger und Naherholungssuchende – betrachtet. So bewegte sich die Diskussion im Spannungsfeld, den Friedhof einerseits für unterschiedliche Nutzungen zu öffnen und andererseits die besondere Würde dieses Ortes zu schützen. FWS-Vorsitzender Ableiter sprach sich unter Berücksichtigung der Friedhofsruhe gegen eine pauschale Duldung von Radfahrern und Spaziergängern mit Hunden aus.
Friedhofskonzept und Friedhofssatzung sollen in einer Sondersitzung des Ausschusses vor der Sommerpause beraten werden. Erwartet wird hierfür auch eine Mustersatzung des Landes Rheinland-Pfalz auf Grundlage des neuen Bestattungsgesetzes.