Speyer
Finale der Frühjahrsmesse: Deshalb sind die Schausteller in Feierstimmung
Eileen Schorer ist seit sieben Jahren beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) tätig, davon seit fünf Jahren beim Rettungsdienst. In diesem Jahr war sie jeden Tag als Einsatzkraft auf der Frühjahrsmesse. „Aus unserer Sicht ist wenig passiert“, resümiert sie und präzisiert: „Unter der Woche ist gar nichts vorgefallen. Am Wochenende war es ein bisschen vermehrt.“ Auch die Speyerer Polizei hatte in Sachen Frühjahrsmesse wenig zu tun und bis Sonntagmittag auch ein ruhiges letztes Wochenende.
Die Fälle, die beim Rettungsdienst des ASB ankamen, waren laut Schorer oft schnell in Griff zu bekommen. Das größte Problem im Fachjargon: „Zustand nach Fahrgeschäft“. Einige Besucher haben die rasanten Fahrten nicht ganz unbeschadet überstanden. Kreislaufbeschwerden seien witterungsbedingt und tagesformabhängig, führt Schorer auf Nachfrage aus. Der Rat: hinsetzen, Wasser trinken, sich auf einen ruhigen Punkt fixieren, warten.
„Richtige Richtung“
Nicht vergebens warten mussten die Schausteller auf die Besucher der Frühjahrsmesse. „Es war Traumwetter. Nur an wenigen Tagen war es nicht gut“, fasst der Vorsitzende des Speyerer Schaustellerverbands, Patrick Barth, zusammen. Er habe zum diesjährigen Volksfest keine Kritik anzubringen. „Der Aufbau der Messe entwickelt sich in die richtige Richtung“, sagt er: „Natürlich gibt es ein paar Ecken und Kanten, an denen wir noch besser werden können.“
Wichtig für den Speyerer Schausteller ist, dass den Besuchern Erlebnisse über die Fahrgeschäfte und Imbissbetriebe hinaus beschert werden – teilweise sogar zum Nulltarif: „Gott sei Dank hatten wir wieder die Kostüme der Superhelden. Die sind auf dem Platz immer ein Highlight“, betont Barth. Er spannt den Bogen zu Freizeitattraktionen wie dem Europapark. „Dort gibt es bunte Paraden, die die Leute animieren.“ Für ihn ausschlaggebend: „Die Besucher kommen her, werden belustigt und erleben was.“
Weinprobe schmeckt
Das Messegefühl, das die Schausteller vermitteln wollen, nehme in Speyer Fahrt auf, ist Barth überzeugt. Nachrichten über schlechte Resonanz wie vom Frühjahrsmarkt in Frankenthal gebe es hier nicht. Barth lobt die Vielfalt der Angebote auf dem Domstadt-Messplatz. Abgesehen von der Ostereiersuche nimmt er die Weinprobe auf dem Riesenrad in den Blick. „Darauf gab es große Resonanz. 27 Personen haben teilgenommen – das hat viel Potenzial für die Zukunft“, stellt der Verbandsvorsitzende heraus.
Die gute Grundstimmung wird von den Schaustellerkollegen bestätigt. „Die erste Woche war sehr stark, dann hat man den Schulanfang gemerkt“, sagt Sina Klein. Sie betreibt den Crazy Jumper, das sind Trampoline, bei denen die Kinder durch Gurte gesichert sind. Zum dritten Mal war sie im Frühjahr in Speyer. Im Herbst hofft Klein auf Runde drei bei einer weiteren Messe an gleicher Stelle.
Konsumfreudige Zielgruppe
Zufrieden ist auch Marc Schultz, dessen Bayern-Wippe nicht stillstand. „Vom Besuch her war es ein bisschen weniger als im vergangenen Jahr, aber die, die da waren, haben Geld ausgegeben“, fasst er zusammen. Die Jugend ist Schultz’ Zielgruppe. Dass die mittlerweile sogar mit EC-Karte an den Ticketschalter komme, verblüfft den Beschicker. Ebenso, dass die jungen Besucher über den Geldautomaten Bescheid wissen, der bei der Messe auf dem Festplatz steht. Schultz lobt auch die fairen Standgebühren. Nach seinem Eindruck ist die Zusammenarbeit mit der Verwaltung bei der Umsetzung der Messe gut.
Die gestiegenen Spritpreise haben sich bislang nicht auf die Preise für die Angebote bei den Schaustellerbetrieben niedergeschlagen, wie diese betonen. „Wir haben gute Familienangebote gemacht und gehen sogar mit den Preisen runter“, so Bettina Trost, die mit ihrem Mann einen Stand mit Schokofrüchten betreibt. Auch Barth, für den es in den nächsten Tagen ein Wiedersehen mit anderen Beschickern bei der „Maimess“ in Mannheim geben wird, unterstreicht: „Wir sind nicht teurer geworden – trotz der Benzinpreise.“